Carsharing Autos
Laura Dehmelt

Carsharing: Alles, was man zum Autoteilen wissen muss

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Ein eigenes Auto ist Fluch und Segen zugleich. Mann kommt zwar immer spontan von A nach B, aber es kann mitunter auch ein ganz schöner Geldfresser sein. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn man das Auto eigentlich nur unregelmäßig bewegt. Ein Grund, warum immer mehr Menschen sich für Carsharing entscheiden.

Alles zum Thema Carsharing

Was ist Carsharing?

In Deutschland steht ein Auto rund 95 Prozent seiner Lebenszeit nur herum. Trotzdem verursacht es neben dem oftmals hohen Anschaffungspreis regelmäßige Kosten wie zum Beispiel Steuern, Versicherung, TÜV oder Werkstattbesuche. Hinzu kommt dann über die Jahre auch noch der Wertverlust. Gerade in der Großstadt fragt man sich also oft: Braucht man überhaupt ein eigenes Auto, wenn man es sowieso nur alle paar Tage bewegt? Wer nicht täglich auf sein Auto angewiesen ist, findet deshalb im Carsharing eine praktische und oft auch günstigere Alternative zum eigenen PKW. Doch was ist eigentlich Carsharing?

Beim Carsharing handelt es sich um eine besondere Form der klassischen Autovermietung, bei der sich mehrere Menschen über eine Firma oder über einen Verein ein Auto miteinander teilen. Gezahlt wird aber nur dann, wenn das Auto wirklich benutzt wird. Hier erfolgt die Abrechnung entweder nach Kilometern oder nach verstrichener Zeit. Es sind aber auch Mischformen beider Abrechnungsarten möglich. Allerdings muss das Carsharing-Auto in der Regel nicht betankt werden. Sollte der Tank doch einmal leer sein, kann die Tankfüllung mit einer Tankkarte beglichen werden oder die Kosten werden einem in der monatlichen Abrechnung zurückerstattet.

Der größte Pluspunkt beim Carsharing ist allerdings, dass man sich nicht selbst um Wartung, Pflege, Versicherung (die Autos sind meistens vollkaskoversichert) und einen festen Parkplatz kümmern muss. Das sind nämlich alles Posten, die vom jeweiligen Anbieter übernommen werden.

Preisvergleich Carsharing
Preisvergleich Carsharing / © bcs

Wie funktioniert Carsharing?

Wer sich jetzt fragt, wie Carsharing genau funktioniert, dem sei gesagt: Es ist vollkommen unkompliziert. Hat man einen passenden Anbieter oder auch einen Verein gefunden, muss man lediglich Kunde oder Mitglied werden. Die Kosten sowie die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge können hier jedoch je nach Anbieter stark variieren. Außerdem ist man auch davon abhängig, welcher Anbieter in seiner Nähe oder in der gewünschten Stadt vertreten ist. In der Regel kann man aber zwischen Kleinwagen, Kombis oder auch Transportern wählen. Wer sich auf diesem Weg den Traum von einer Spritztour im angesagten Sportwagen erfüllen will, der muss an dieser Stelle jedoch enttäuscht werden, denn diese Art von Autos sind nur in Ausnahmefällen in der Carsharing-Flotte.

Als Mitglied bzw. Kunde eines Carsharing-Anbieters erhält man nach erfolgreicher Anmeldung eine feste Kundennummer sowie eine Chipkarte oder eine Art Schlüssel zur Freischaltung des Autos. In diesem befindet sich dann meistens ein Tresor, der die richtigen Fahrzeugschlüssel sowie die Fahrzeugpapiere enthält.

Die zur Verfügung stehenden Autos befinden sich dabei entweder auf speziellen Parkplätzen (Stationsbasiert) oder aber auch an unterschiedlichsten Punkten in der Stadt (Free floating). Je nachdem, wo der Kunde vor einem das Fahrzeug abgestellt hat. Gebucht werden die Autos über das Internet, das Telefon oder eine App. Je nach Wunsch kann man das schon Monate voraus planen oder aber auch spontan einige Minuten vorher. Beim Free-floating-Carsharing muss man das Auto allerdings gar nicht reservieren, sondern kann spontan via App herausfinden, wo in der Nähe ein Fahrzeug frei und bereit zur Fahrt ist.

Die größten Carsharing-Anbieter

Unterteilt in Free-floating und stationsbasiert, zeigt die folgende Grafik die größten Carsharing-Anbieter gelistet nach Flottengröße.

Infografik Carsharingbilanz 2017
Infografik Carsharingbilanz 2017 / ©Bundesverband CarSharing e.V. (bcs), 2017

Was kostet Carsharing?

Es ist schwer verallgemeinert zu sagen, wie teuer Carsharing ist, da die Preise pro Anbieter sehr stark schwanken können. Außerdem hängt der Endpreis auch vom eigenen Nutzungsverhalten ab. So gut wie allen Anbietern ist aber gemeinsam, dass man eine Aufnahmegebühr und eine Kaution zahlen muss, die erst erstattet wird, wenn die Mitgliedschaft endet. Es gibt aber auch Anbieter, die lediglich einen monatlichen Mitgliedsbeitrag verlangen.

Preisvergleich Carsharing

Wann lohnt sich Carsharing?

Wer in einem Auto eher das Mittel zum Zweck sieht und es nicht als Prestigeobjekt braucht, der sollte auf jeden Fall einmal über die Alternative Carsharing nachdenken. Das gilt vor allem für alle Autofahrer, die generell nur für Kurzstrecken in ihren Wagen steigen und im Jahr nicht mehr als 10.000 Kilometer verfahren.

Warum Carsharing?

Laut einer Studie des Bundesumweltamtes wünschen sich 82 Prozent der Deutschen weniger Autos in ihren Städten. Denn vor allem hier sind die unzähligen Autos im täglichen Leben zu spüren, wenn sich die Blechlawinen durch die Rushhour quälen. Würden mehr Menschen Carsharing nutzen, ließe sich diese Lawine allerdings deutlich reduzieren. Denn pro Carsharing-Auto werde in etwa 99 Meter von parkenden Autos befreit. Außerdem sind Carsharing-Fahrzeuge durchschnittlich moderner, kleiner und energieeffizienter als der restliche Pkw-Bestand und auch der Anteil an Elektroautos ist hier wesentlich höher als im normalen Straßenverkehr.

Carsharing Platz
Carsharing Platz / ©Bundesverband CarSharing e.V. (bcs)

Was spricht gegen Carsharing?

In knapp 300 Städten und Gemeinden stehen an rund 1900 Entleihstationen knapp 4000 Carsharing-Autos zur Verfügung. Meistens jedoch nur in Ballungesgebieten. Heißt: Gerade im ländlichen Raum ist man weiterhin auf ein Auto oder andere öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Carsharing setzt also eine gewisse Flexibilität voraus. Außerdem kann man mit Carsharing unter Umständen nicht wirklich spontan sein. Schon gar nicht, wenn man es auf ein bestimmtes Auto abgesehen hat.

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