Mann wechselt Autoreifen
Albert Gottelt

Selbst ist der Mann: So wechselst du Autoreifen und -räder

alles abspielen besuchen

Autoreifen, genauer die Räder, müssen viele Autofahrer jedes Jahr wechseln – Sommerreifen und Winterreifen. Das kostet Zeit und Geld. Wer selbst Hand anlegt, kann jedes Jahr dreistellige Eurobeträge sparen. Außerdem übt es für den Fall einer Panne, wenn man das Reserverad allein anbauen muss.

Das kannst du selber machen:

  • Komplette Winterräder bzw. Sommerräder wechseln
  • Räder lagern

Das sollte eine Fachwerkstatt übernehmen:

  • Räder wuchten
  • auf die Felgen neue Reifen aufziehen

Checkliste: Was man zum Radwechsel benötigt

  • Platz, eine Garage oder einen größeren Parkplatz. Achte darauf, dass du den Räderwechsel nicht auf einem Parkplatz auf der Straße vornimmst, denn vorbeifahrende Autos können gefährlich werden. Tipp: Wenn nichts anderes übrig bleibt, suche dir an einem Sonntag einen unbelebten Flächenparkplatz, um in Ruhe deine Räder zu wechseln. Solltest du deine Autoräder auch lagern wollen, benötigst du natürlich entsprechenden Stauraum. Garage oder Keller sind ideal.
  • Wagenheber: Liegt in der Regel dem Auto bei (Kofferraum unter dem Ersatzrad)
  • Radmutternschlüssel, passend zur Größe der Radmuttern deines Autos: Liegt ebenfalls im Kofferraum
  • Arbeitskleidung und Handschuhe: Der Umgang mit Rädern und Reifen ist eine schmutzige Angelegenheit. Der typische Reifendreck, bestehend aus Gummi, Bremsstaub und eventuell Streusalz, ist schwer wieder rauszubekommen.
  • 1 Stück normale Kreide: Damit solltest du die Position der abmontierten Räder notieren (vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts). Denn wenn du sie in rund sechs Monaten wieder anbaust, sollte jedes Rad auch wieder an dieselbe Position.
  • Etwa eine Stunde Zeit

Anleitung: So wechselt man die Autoreifen

Achtung: Bevor du beginnst, sichere unbedingt das Auto. Ziehe die Handbremse an, stelle die Lenkung auf eine gerade Position und lege den ersten Gang ein.

Suche dir ein beliebiges Rad aus, mit dem du anfangen willst. Löse dort die Radmuttern etwas an, so dass sie per Hand drehbar sind, jedoch ohne sie ganz zu entfernen. Setze dann in der Nähe dieses Rades den Wagenheber an. Schaue dazu in die Gebrauchsanweisung deines Autos, denn es gibt bestimmte Stellen, an denen du den Wagenheber ansetzen musst bzw. kannst. Oft befindet sich auch auf dem Wagenheber eine Kurzanleitung. Achte auf einen stabilen, festen Untergrund. Sollte der Boden sandig sein, empfiehlt es sich, ein Brett unter den Heber zu legen. Fahre den Wagenheber nun soweit hoch, dass das Rad zwei bis drei Zentimeter über dem Boden “schwebt”.

Nun entferne die bereits gelösten Radmuttern vollständig. Nimm das Rad im Ganzen einfach ab und lege es beiseite. Am besten du notierst auf dem Reifen gleich mit der Kreide die Position des Rades (vorne/hinten, links/rechts aus Sicht Fahrtrichtung). Wenn du eine Drahtbürste zur Hand hast, kannst du damit die Radnabe von Schmutz befreien.

Das neue Rad anmontieren

Nimm nun das neue Rad, das an diese Wagenposition gehört. Setze es so auf die Radnabe, dass es halbwegs sitzt und setze mit der Hand die Radmuttern auf die Radbolzen. Ziehe diese soweit fest wie du es mit der Hand schaffst. Achte bei Rädern, die erstmals angebaut werden, auf die korrekte Laufrichtung. Diese ist meist mit einem Pfeil auf dem Reifen markiert.

Ziehe die Radmuttern nun mit dem Radmutternschlüssel handfest. Die Reihenfolge ist unerheblich, es empfiehlt sich jedoch ein Vorgehen “über Kreuz”. Prüfe jede Schraube nacheinander mindestens zwei mal.
Nun senkst du das Auto mit dem Wagenheber wieder herab. Sobald der Heber lose ist, kannst du ihn entfernen. Ziehe nun noch einmal alle Radmuttern mit dem Radmutternschlüssel so fest du kannst. Wer einen Drehmomentschlüssel besitzt, sollte sich das korrekte Drehmoment aus der Gebrauchsanweisung des Autos heraussuchen.

Wiederhole diesen Vorgang nun auch für die übrigen drei Räder

Nach 50 bis 100 Kilometern nicht vergessen, die Radmuttern auf Festigkeit und den Reifendruck zu prüfen.

Im Video: Ratgeber Radwechsel

Drei folgenschwere Fehler, die man vermeiden sollte

Falle 1: Wagenheber an der falschen Stelle ansetzen:

Häufiger Fehler ist, dass der Heber an einer Seite genau mittig zwischen Vorder- und Hinterrad angesetzt wird. Viele erhoffen sich damit Zeit zu sparen und das Auto für den Wechsel von Vorder- und Hinterrad nur einmal aufbocken zu müssen. Das ist aber ein Trugschluss. Der Heber darf niemals mittig angesetzt werden, da das Auto ansonsten quasi wie ein Zelt auf einer Stange aufgespannt wird. Das ist Gift für die Karosserie.

Falle 2: Radmuttern falschherum aufsetzen

Bei manchen Autos sind die Radmuttern konisch, das heißt, sie werden zu einer Seite hin schmaler (es gibt “Kegelsitz” und “Kugelsitz”). Setze die Radmuttern so auf, dass die schmalere Seite zum Rad zeigt, nicht nach außen! Das dient dazu, dass das Rad beim Festschrauben in die richtige, zentrierte Position gebracht wird.

Falle 3: Radmuttern vergessen nachzuziehen

Vergiss niemals, die Radmuttern mehrmals nachzuziehen. Nicht korrekt festgezogene Schrauben können sich während der Fahrt lösen, so dass das Rad im schlimmsten Fall abfällt und es zum Unfall kommt.

Wann sollte man auf Sommerräder wechseln?

Es gibt keinen festgelegten Termin, ab oder bis wann die Winterreifenpflicht greift. Aber es gibt zwei Faustregeln, die besagen, wann ungefähr der Wechsel erfolgen sollte:

  • “Von O bis O” – Von Oktober bis Ostern
  • Temperaturgrenze 7 Grad – Wenn die Temperatur im Herbst dauerhaft auf 7 Grad oder darunter fällt, und zwar auch tagsüber, dann ist der Wechsel auf Winterräder ratsam. Im Frühjahr gilt der umgekehrte Fall: Temperaturen ab 7 Grad sprechen für Sommerreifen.

Wichtig ist, dass beim ersten Schneefall und glatten Straßen bereits Winterreifen montiert sind. Denn passiert ein Unfall aufgrund von Schnee oder Eisglätte, müssen Sommerreifen-Fahrer damit rechnen, eine Teilschuld zu bekommen. Sie werden dementsprechend an den Unfallkosten mitbeteiligt.

Sommerräder und Winterräder richtig lagern

Wer die Räder selbst einlagern will, sollte in erster Linie Platz dafür haben. Die Garage oder der Keller sind geeignete Plätze. Wichtig ist, dass der Ort nicht allzu feucht ist. Ansonsten können Räder bzw. die Felgen schnell rosten. Den Reifendruck kannst du für die Lagerung auf normal belassen. Ein Ablassen der Luft ist nicht notwendig. Sofern du einen speziellen Reifenständer hast, kannst du diesen natürlich benutzen. Ansonsten lege die Reifen einfach auf die Seite und staple sie aufeinander. Eine Abdeckung gegen Feuchtigkeit und Schmutz kann ebenfalls nicht schaden. Räder sollten nicht stehend gelagert werden, da es sonst zu Druckstellen kommen kann.

Mann wäscht Felgen

Reinigung vor der Lagerung

Es ist ratsam, die Räder vor der Einlagerung zu säubern. Zumindest grob sollte Reifenschmutz von Reifen und Felge entfernt werden. Das gilt insbesondere, wenn du Winterreifen lagern willst. Rückstände von Streusalz können die Felge stark angreifen.

Tipp: Ganzjahresreifen

Wer sich die Kosten für das Räderwechseln oder die Arbeit ersparen möchte, kann auf Ganzjahresreifen zurückgreifen. Doch Vorsicht: Nicht immer sind diese geeignet. Vor allem Vielfahrer sollten im Winter richtige Winterreifen fahren. Denn Ganzjahresreifen sind immer nur ein Kompromiss und bieten deshalb nicht dieselben Lauf- und Bremseigenschaften im Winter wie vollwertige Winterreifen.

Für wen Ganzjahresreifen geeignet sind

  • Wenigfahrer
  • Fahrer, die viel in der Stadt unterwegs sind
  • Personen, die hauptsächlich kurze Strecken fahren
cool good eh love2 cute confused notgood numb disgusting fail