Sonnencreme kann dem Auto schaden. / ©iStock
Laura Dehmelt

Vorsicht! Sonnencreme kann dem Auto schaden!

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Wer kennt es nicht: Nach einem langen Tag am Strand schwingt man sich bedeckt von Sonnencreme, Sand und Glückseligkeit in sein Auto und braust nach Hause. Dort angekommen werden sie dann sichtbar, die Spuren der euphorisierten Nachlässigkeit: Auf den Ledersitzen befinden sich milchige Creme-Schlieren! Und die können dem liebsten Gefährt ganz schön schaden.

Sonnencreme-Flecken im Auto

Während die Sonnencreme die Haut zum Glück vor negativen Umwelteinflüssen schützt, kann sie den teuren (oder auch günstigen) Ledersitzen ziemlich gefährlich werden. Und nicht nur denen, auch Armaturen und andere Oberflächen im Inneren des Autos können unter der Sonnencreme am Körper leiden. Grund dafür sind zwei Hauptbestandteile in unserem Sonnenschutz: Polyethylenglycol und Titandioxid.

Je länger diese sich in unserem Auto breit machen können, desto tiefer fressen sie sich in die Oberflächen und desto schwerer lassen sie sich wieder entfernen – vor allem, wenn der aufgetragene Sonnenschutz auch noch wasserfest ist.

Heißt: Wer nicht sofort reagiert, muss mit den milchigen Abdrücken mitunter für immer leben und hat bei einem Wiederverkauf des Autos oder der Rückgabe eines Leihwagens eventuell ziemlich schlechte Karten. 

Sonnencreme-Flecken am Lack

Übrigens gilt das nicht nur fürs Innenleben des geliebten Autos, sondern auch für den Lack. Mal eben ans Auto gelehnt oder daneben gegriffen und schon befinden sich auch dort Spuren von Sonnencreme und Co., die sich auch hier nur schwer entfernen lassen.

Es kann sogar noch schlimmer kommen, wie eine Untersuchung der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld ergab. So erklärt Prof. Thomas Brock in einem ARD-Bericht:

„Am massivsten waren die Schäden bei Wärme. Wir haben 70 bis 80 Grad gewählt, weil das bei einem dunklen Auto in der Sonne durchaus vorkommen kann. Die Sonnencreme ist ähnlich wie auf der Haut in den Lack eingedrungen. Der Lack quillt auf, und es entstehen dicke Runzeln auf der Oberfläche.“

Wer jetzt allerdings denkt, er könnte dieses Lackschaden bei der Versicherung oder gar als Reklamation beim Hersteller geltend machen, der täuscht sich: Lackschäden durch Sonnencreme sind von der Garantie ausgeschlossen.

So entfernt man Sonnencreme von Leder, Armaturen und Lack

Wer sein Auto nicht nach jedem Sonnencreme-Unfall zum professionellen Reinigen bringen will, dem sei ans Herz gelegt, sofort Hand die Flecken zu legen. Und das geht schneller als es sich anhört, denn eine einfache Mischung aus Spüli und Wasser reicht schon aus, um den Flecken auf Ledersitzen und den Armaturen an den Kragen zu gehen. Danach kann man den Lederoberflächen noch mit einer handelsüblichen Lederpflege das nötige Finish verleihen.

Allerdings hilft das nur, wenn man sofort reagiert. Hat man die Sonnencreme-Flecken fleißig den ganzen Sommer über gesammelt, hilft nur noch eine professionelle Reinigung mit der Chemiekeule, die man lieber dem Profi überlassen sollte.

Bei der Kombination aus Lack und Sonnencreme sieht es hingegen schon etwas dramatischer aus. Eine schnelle Autowäsche reicht nämlich nicht, um die Schlieren zu entfernen. Hier hilft nur noch eine spezielle Politur, die auch hartnäckige Oxidationen entfernt. Vorher sollte die entsprechende Stelle allerdings gründlich abgewischt werden. Dann muss der Fleck mit der Politur und am besten einem Mikrofasertuch ein- und anschließend glatt poliert werden.

Natürlich ist auch hier schnelle Reaktion gefragt, denn wenn sich die Sonnencreme zu lange auf dem Lack breit macht, hilft oftmals nur noch eine neue Lackierung! 

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