Biker im Gebirge
Ben Pötke

Mit dem E-Bike durch die Berge

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Die Pedelecs, oder auch E-Bikes genannt, sind mittlerweile aus unserem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Was als Trethilfe für die älteren Generationen von Radfahrern anfänglich belächelt wurde, hält Einzug in jeden Fahrradladen Deutschlands und entwickelt sich elektrisch rasend schnell zum Verkaufsschlager. Wer erst einmal in den Genuß der antreibs-unterstützenden Zweiräder gekommen ist, mag sie nur selten noch missen.

Faszination E-Bike

Kein Wunder, dass es mittlerweile ganze E-Bike-Clubs und E-Bike-Festivals gibt. Vor allem das „ebikefestival“ in der Region Kitzbüheler Alpen – Kaisergebirge, bildet mit acht Tourismus-Regionen die weltweit größte E-Bike-Destination. Ein zusammenhängendes Streckennetz von ca. 1000 km Radwegen verbindet 41 Orte im Tiroler Unterland. Diese Strecke hat es zum Teil in sich, da auch etliche Höhenmeter überwunden werden müssen. Um diese Berg- und Talfahrt spielerisch zu meistern, bieten sich vor allem E-Mountainbikes an, deren 250 Watt starker Motor den eigenen Krafteinsatz verdoppelt. Wer so richtig Spaß im Uphill haben will, sollte sich also vielleicht eine dieser Offroad-Perlen zulegen.

#1 Scott E-Genius 710 Plus

Beim Uphill macht dem E-Genius von Scott so schnell keiner etwas vor. Die langen Kettenstreben, die Reifen im trendigen Plus-Format und der Hochleistungs-Mittelmotor von Bosch wälzen dich einfach überall hoch. Trotz der fetten Bereifung gewinnt dieses Luxusmodell in zahlreichen Tests sogar die Reichweitenwertung und überrascht damit die Spezialisten.

Der lange Radstand, die flachen Winkel und das feinfühlige Fahrwerk sorgen aber auch bergab für reichlich Fahrspaß. Die solide Konstruktion vermittelt ein Höchstmaß an Sicherheit und Laufruhe. Frei nach dem Motto: Linie anpeilen und stur draufhalten. Mit einem Gewicht von knapp über 22 Kilogramm ist das Bike auch recht leicht zu tragen, sollte der Anstieg dann doch zu steil sein. Bei einem Preis von 5500 Euro musst du für dieses Gefährt aber auch sehr tief in die Tasche greifen.

#2 Cube Stereo Hybrid 140 HPA

Das Stereo Hybrid von Qualitätsgarant Cube besticht vor allem durch seine perfekt designte Geometrie, das effiziente Fahrwerk und den sehr durchdachten Ausstattungs-Mix. Im ersten Moment wirkt es sehr geometrisch, sehr lang und bäumt sich erst spät auf. Dies hat den Vorteil, dass es sehr gut klettert, doch ist es immer noch kurz genug, um auch winklige Passagen im Trail zu meistern.

Bike Cube
Bike / ©Cube

Die 2,35er-Reifen bieten auch ohne Plus-Übergröße gute Traktion und übertragen die kurz übersetzte Motor-Power des 75 Nm starken Bosch-Antriebs hervorragend auf Schotter, Gras oder Asphalt. Mit 140 Millimetern ist das Fahrwerk gut gerüstet für anspruchsvolles Terrain. Das elegant geformte Unterrohr umschließt den klobigen Bosch-Akku gekonnt und ist so optisch ein richtiger Hingucker. Das Gewicht mit knapp 22 Kilogramm und der Preis von um die 5500 Euro unterscheiden sich kaum von dem des Scott E-Genius. Wer sich zwischen ihnen entscheiden muss, sollte nach Fahrgefühl wählen.

#3 Specialized Turbo Levo FSR Expert

Eines der heiß ersehnten und mit reichlich Vorschusslorbeeren dekorierten E-Bikes der Mountain-Bike-Szene. Mit dem Levo von Specialized, gelang dem amerikanischen Premium-Hersteller das wohl innovativste E-Mountainbike (E-MTB) überhaupt. Ob das integrierte Bordwerkzeug, die intelligente App zur Motorsteuerung, der in Scheibenbremse und Ausfallende integrierte Drehzahlsensor oder die Konnektivität mit Garmin-GPS-Geräten – die zahlreichen Details sprechen für sich und schlagen jeden Leistungsumfang der Konkurrenz um Längen.

Bike Levo
Bike Levo / ©Specialized
Bike Levo
Bike Levo / ©Specialized
Bike Levo
Bike Levo / ©Specialized

Die Geometrie der S-Klasse unter den E-MTBs ist kurz und wendig. Das Fahrwerk arbeitet unauffällig, aber leistungsstark. Mit überragendem Grip krallen sich die Reifen im Plus-Format regelrecht in jeden Untergrund. Der Akku des im Rahmen verbauten Antriebs ist herausnehmbar und somit kinderleicht zu wechseln. Leider bleibt die Leistung des Antriebs mit Brose-Hardware leicht hinter den Bosch-Motoren zurück. Dafür ist er aber sehr leise und smooth und entkoppelt vollständig, wenn man die 25kmh-Grenze erreicht hat.

Mit einem Gewicht von ebenfalls rund 22 Kilogramm ist auch dieses E-Bike in der gleichen Liga wie die beiden vorherigen Modelle. Mit einem Preis von rund 4000 Euro bis hin zu 9000 Euro ist es zwar teurer, dem Leistungsumfang aber angemessen.

Im Video: Das Specialized Turbo Levo FSR Expert

#4 Haibike Xduro Allmtn Pro

Durch den kurzen Hinterbau eines der komprimiertesten Modelle fürs Gelände überhaupt und damit an Wendigkeit nicht zu übertreffen. Auch die Sitzposition auf dem Haibike ist mehr als kompakt. Ähnlich der Streefighter-Bauweise bei den Motorrädern, thronst du auch auf diesem Bike regelrecht über den Dingen.

Der kurze Radstand macht vor allem bergab und im Singletrail eine Menge Spaß. Mit entscheidend dafür ist das äußerst sensible Fahrwerk der amerikanischen Komponenten-Schmiede Fox. Es bietet mit seinen 150 Millimetern Federweg enorme Reserven, die ausgeschöpft werden wollen. Auch hier überzeugt das Design. Akku und Bosch-Motor sind stilecht im Rahmen verbaut. Mit 22 Kilogramm liegt das Bike im klaren Durchschnitt der Anforderungen, ist jedoch mit stolzen 6800 Euro schon etwas für die Profiliga.

Im Video: Das Haibike Xduro Allmtn Pro

#5 Rotwild R.X+FS Evo

Rotwild baut auf Brose-Antrieb und versteckt diesen auch formschön im Unterrohr. Was designtechnisch Pluspunkte bringt, büßt beim nicht wechselbaren Akku allerdings welche ein. Mit gerade einmal 20,4 Kg ist das Rotwild R.X aber sportlich, agil und sehr direkt. Der Fahrer sitzt auf ihm immer perfekt, egal ob eine steile Rampe oder eine haarige Abfahrt gemeistert werden muss.

Biker im Gebirge
Biker im Gebirge / ©Rotwild

Das Fahrwerk bietet 145 Millimeter Federweg und stellt so genügend Spielraum um auch anspruchsvolle Abfahrten anzugehen. Leider ist der Carbon-Lenkeretwas zu weich. Bei härteren Abfahrten verbiegt er sich spürbar. Optional gibt es das stylische E-MTB auch mit Plus-Bereifung. Diese sorgt wiederum für mehr Grip und Kurventraktion. Doch auch die Basisvariante überzeugt mit reichlich Komfort. Dieses E-Bike ist das leichteste, aber mit rund 7000 Euro Anschaffungspreis auch das teuerste E-MTB in unserer Auswahl.

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