Grill mit Fleisch
Ben Pötke

Der große Grillcheck: Gas-, Elektro- oder Kohlegrill?

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Männerdomäne Grillen! Wir nehmen des Deutschen liebste Sommerbeschäftigung genauer unter die Lupe und vergleichen in einem kurzen Check die Vor- und Nachteile von Gas-, Elektro- und Kohlegrills.

1. Holzkohlegrill – Der Klassiker

Der Holzkohlegrill ist die beliebteste, billigste und traditionellste Art zu grillen. Gerade für Hobby-Grillmeister sehr verlockend, da es fertige Holzkohlesets schon ab 10 Euro zu kaufen gibt. Außerdem ist Feuer machen und Fleisch beobachten für uns Männer genau der richtige Appetizer. Wir werden an unsere Urinstinkte erinnert, haben wir ja kaum andere Gelegenheiten im Alltag, diesem mal nachzugeben. Außerdem macht es einfach tierisch Laune, sich mit Freunden und einem Bier in der Hand um ein Feuer zu versammeln und zu philosophieren, wie lange, was wo am besten gegrillt wird. Das waren die positiven Aspekte.

Grill mit Fleisch

Leider gibt es auch ähnlich viele negative. Abhängig von der Technik und Qualität der Holzkohle dauert es teilweise ewig, den Grill erst einmal zum Laufen zu bringen. Nicht nur Anfänger kommen da leicht ins Schwitzen. Zeiten von einer halben Stunde aufwärts sind da keine Seltenheit. Außerdem lässt sich die Temperatur auch kaum regulieren.

Hinzu kommt, dass durch die Rauchbildung und den Kohlegeruch Beschwerden in Wohngegenden keine Seltenheit sind. Von den gesundheitlichen Folgen ganz zu schweigen. Man sollte unbedingt verhindern, dass der Fleischsaft oder das Fett auf die Kohle tropft, da so Giftstoffe freigesetzt werden können. Das lässt sich mit indirektem Grillen, Alufolie oder Grillschalen zwar verhindern, ist aber dennoch ein klar negativer Aspekt.

Außerdem besteht natürlich auch eine hohe Unfallgefahr. Wir hantieren immerhin  mit offenem Feuer. Durch Funkenflug können sich Grillfeste schnell mal in einen Albtraum verwandeln. Beim Familiengrillen mit Kindern müsst man zudem immer beide Augen offen halten und unbeobachtet sollte der Grill sowieso nie gelassen werden.

Zu guter Letzt wäre da noch die Kohleentsorgung. Beim Grillen am Strand, am See oder im Park immer ein Problem. Einfach in die Ecke schmeißen ist ein absolutes No-Go und extrem gefährlich. Vor dem Entsorgen solltest du die Kohle sowieso vollkommen abkühlen lassen. Auch darum muss man sich unbedingt Gedanken machen bevor man loslegt.

Fazit zum Holzkohlegrill

  • Grillfeeling pur
  • Besonders geeignet für Fortgeschrittene
  • Weckt unsere Urinstinkte
  • Macht den Sommer zum Sommer

2. Gasgrill – Sauber, aber teuer

Viele der Probleme des geliebten Kohlegrills hat der Gasgrill nicht. Fast keine Rauchbildung, es bleibt keine Asche zurück und die Temperatur lässt sich sehr leicht und vor allem schnell regulieren. Sobald das Butan- oder Propangas angeschlossen ist, kann es auch sofort losgehen. Eine halbstündige Vorglühzeit ist da nicht nötig. Durch sogenannte Flammenverteiler besteht auch nicht das Problem, dass das Fett oder die Säfte auf die Flammen tropfen. Somit fällt die Gesundheitsgefährdung ebenfalls weg. Außerdem kann man einzelne Grillzonen schaffen, indem man die Hitze mit dem jeweiligen Brenner reguliert und so einzelne Zonen zum Garen, Anbraten oder Erwärmen kreiert. Alles auf einem Gerät. In der Tat ein sehr stressfreies Grillerlebnis.

Grill mit Fleisch

Die einzigen Nachteile liegen im Preis. Gute Gasgrills fangen zwar bei 100 Euro an, Tendenz ist jedoch stark steigend. Die Anschaffung des Gases ist hingegen ein wenig billiger als der Preis für Kohle, somit rentiert sich ein Kauf bei mehrmaligem Gebrauch schon. Ein weiterer Nachteil ist jedoch, dass eben das gute alte Holzkohlefeeling wegfällt.

Aber auch dem wirken die Gasgrillhersteller entgegen.  Sie versuchen, das Holzkohlearoma durch sogenannte Räucherpalletts oder Holzspäne in Räucherboxen herzustellen. Dadurch soll auch beim Gasgrill das besondere, rauchige Aroma entstehen. Wer also etwas tiefer in seinen Geldbeutel greifen will, sollte unbedingt über einen Wechsel zum Gasgrill nachdenken.

Fazit zum Gasgrill

  • Besonders geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Relativ teuer in der Anschaffung
  • Ermöglicht variable Zubereitung

3. Elektrogrill – Günstig, aber langweilig

Kommen wir zum Elektrogrill. Dieser ist von allen Grillvarianten die simpelste. Bei einem Anschaffungspreis ab ca. 30 Euro, kann man bequem in der Wohnung oder auf dem Balkon grillen. Und das ohne die Nachbarn zu belästigen oder die Wohnung abzufackeln, da sich beim Elektrogrill kein Rauch bildet. Die Grillplatten sind sehr sicher zu bedienen und du kannst dich damit, so ungeschickt du auch sein magst, kaum selbst anzünden.

Außerdem lassen sich die beschichteten Grillplatten sehr einfach reinigen und viel Müll entsteht auch nicht. Nach einem Grillgelage habt man außerdem keine Gasflaschen oder Kohlereste und Asche zu entsorgen und die Nachbereitung des Elektrogrillvergnügens ist in einem Abwasch erledigt.

Grill mit Fleisch

Doch wollen Männer das? Wenig Arbeit, kein offenes Feuer – da kommt ja so gar kein Grillgefühl auf. Der rauchige Geruch und Geschmack fallen weg, das Grillen an sich wird zum simplen Garen auf einer Elektroplatte. Wenn man sich nur schnell was „grillen“ will, kann man das über einen Elektrogrill sicherlich tun. Von der Qualität des Gegrillten mal ganz abgesehen. Aber wirkliche Grillfreunde brauchen natürlich das Drumherum. Daher ist der Elektrogrill für diese am wenigsten zu empfehlen. Für alle, die lieber sammeln als jagen aber durchaus empfehlenswert.

Fazit zum Elektrogrill

  • Günstig in der Anschaffung
  • Kann fast überall benutzt werden
  • kein richtiges Grillerlebnis

Die Grill-Frage: Holzkohle, Gas oder Elektro?

Die wirklichen Grillfans werden sich kaum vom Holzkohlegrill abbringen lassen, aber der Gasgrill ist in diesem Vergleich einfach der Sieger. Qualitativ nicht mehr weit weg vom Kohlegrill und dadurch, dass die Gefahren wegfallen, sollte man sich einen Gasgrill durchaus zulegen, sofern man bereit ist, das nötige Kleingeld dafür auszugeben. Wer dennoch auf den Holzkohlegrill besteht, sollte unbedingt auf die Sicherheit achten und verhindern, dass sich beim Grillen Giftstoffe bilden. Feuer frei!

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