Eine reife Kokosnuss
Andreas Fromm

Kokosnuss öffnen: Der Trick ohne Hammer

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Harte Nuss, leckerer Kern! Der Inhalt der Kokosnuss ist nicht nur lecker, sondern auch gesund – egal ob reines Kokoswasser oder zur Kokosmilch verarbeitet. Um an den begehrten Inhalt zu gelangen, gibt’s viele Wege. Wir zeigen euch die besten Tricks, wie man eine Kokosnuss öffnet.

Kokosnuss öffnen ohne Hammer

Es gibt prinzipiell zwei Varianten, um die Kokosnuss ohne Hammer zu öffnen. Die erste Variante ist eher für unterwegs, die zweite funktioniert nur in der Küche. Das Gute daran: Beide sind leicht!

1. Kokosnuss öffnen ohne Hilfsmittel

Hierzu benötigt ihr nur zwei Sachen: Etwas Kraft und einen festen Untergrund. Einfach die Kokosnuss am Bauch in die Hand nehmen (das ist da, wo die drei Keimlöcher zu sehen sind), auf einen Stein oder eine Straße schlagen und nach jedem Schlag die Kokosnuss ein Stück weiter drehen. Wenn ihr die gesamte Nuss entlang der gedachten Äquatorlinie abgeklopft habt, sollte die Frucht aufgehen. Mit ein wenig Übung schafft man’s sogar ohne Kokoswasser zu verschütten.

2. Kokosnuss öffnen im Ofen oder der Mikrowelle

Der wohl einfachste Trick eine Kokosnuss zu öffnen ist sicher dieser: Die Kokosnuss bei 200 Grad für 15-20 min in den Backofen legen. Wenn ihr in Eile seid, könnt ihr sie auch für 3 min bei 800 Watt in die Mikrowelle legen. Danach öffnet sie sich von alleine. Vorher aber unbedingt darauf achten, dass zumindest das Kokoswasser aus der Frucht abgetropft ist. Ansonsten besteht Explosionsgefahr!

Nach dem Erhitzen mindestens 10 min abkühlen lassen. Sollte die Kokosnuss durch das Backen noch nicht aufgegangen sein, hilft nur noch der Hammer bzw. die stumpfe Seite eines großen Messers. Ein paar Schläge auf die Nuss sollte nun ausreichen, um an das begehrte Innere zu gelangen.

Kokosnuss öffnen mit dem Hammer

Das ist die wohl gängigste Methode, um die harte Nuss zu knacken. Hierfür braucht es etwas Zeit und ein wenig Kraft, das Ergebnis ist aber auch das beste.

Ihr benötigt:

  • eine reife Kokosnuss
  • einen Hammer
  • einen Schraubenzieher
  • ein Glas
  • evtl. einen Sparschäler
Zubehör zum Öffnen der Kokosnuss
Hammer und Messer helfen beim Öffnen der Kokosnuss ©iStock

Zunächst sollte das weichste der drei Keimlöcher ausfindig gemacht werden. Mit dem Schraubenzieher nun kontrolliert in das Loch stoßen. Falls die Kraft nicht reicht, kann mit gezielten Hammerschlägen auf den Schraubenzieher nachgeholfen werden. Nachdem ihr das Loch geöffnet habt, könnt ihr theoretisch loslegen. Strohhalm rein, Kokoswasser schlürfen und schon habt ihr Urlaubsfeeling für zuhause!

Wenn ihr das Kokoswasser allerdings abgießen möchtet, empfiehlt es sich ein zweites Keimloch mit oben beschriebener Vorgehensweise zu öffnen. Das zusätzliche Loch dient als Luftloch und das Wasser fließt nun wesentlich schneller aus der Nuss.

Wenn ihr das köstliche Fruchtfleisch der Kokosnuss verarbeiten wollt, muss mit dem Hammer entlang des „Äquators“ der Kokosnuss geklopft werden. Schnell wird nun die Kokosnuss an besagten Stellen weicher, ein Riss entsteht und letztlich ist die Kokosnuss offen. Nun mithilfe eines scharfen Messers das Fruchtfleisch in kuchenähnliche Stücke schneiden. Jetzt kann das Fruchtfleisch ganz einfach entnommen werden. Falls ihr die braune Haut am Fruchtfleisch ebenso entfernen wollt, einfach kurz mit dem Sparschäler bearbeiten. Das ist kein Muss, da die Haut ohne Weiteres mitgegessen werden kann.

Video-Anleitung: Kokosnuss knacken

Kokosnuss trifft Kopf  – ein seltsames Ritual

In Südindien kommt der Kokosnuss ein völlig anderer Verwendungszweck zu. Zahlreiche Hindus pilgern jährlich in den Bundesstaat Tamil Nadu und lassen sich von einem Priester segnen – der zerschlägt die Kokosnuss auf dem Kopf der Gläubigen! Was tut man nicht alles für mehr Glück.

Das „Aaadi Perukku“-Festival zelebriert das Ende der Fastenzeit. Im indischen glückbringenden Monat Aadi wird acht Tag lang streng gefastet. Zum Abschluss wird dann feierlich die Kokosnuss auf dem Kopf der Gläubigen zertrümmert. Wenn der Hindu gut gebetet und ordnungsgemäß gefastet hat, wird nichts passieren. Wenn das allerdings nicht gemacht wird, blutet der Kopf und man verletzt sich – so zumindest der Glaube. Das Ganze geschieht zu Ehren der Göttin Lakshmi und soll Gesundheit und Erfolg bringen.

Es gibt immer wieder Verletzte bei der ungewöhnlichen Kokosnuss-Segnung. Auch deshalb verurteilen viele Ärzte und Menschenrechtler das schmerzhafte Ritual.

Kokosnuss – Ein Multitalent

Es gibt zwei essbare Hauptbestandteile der Nuss: Das Kokoswasser und die Kokosmilch. Die Kokosnuss erfährt durch ihre besonderen Inhaltsstoffe ebenso Anwendungen in ganz anderen Gebieten.

Kokoswasser

Das pure Wasser der Kokosnuss ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Das naturbelassene Getränk ist besonders kalorienarm (etwas 17-20 kcal pro 100 ml). Zudem ist das leicht süßliche Wasser durch den hohen Kaliumgehalt und seine isotonischen Eigenschaften das ideale Sportgetränk.

Kokoswasser wird aus der jungen, noch grünen Kokosnuss gewonnen. Je jünger und unreifer die Kokosnuss ist, umso weniger Fruchtfleisch, dafür aber mehr Kokoswasser enthält sie.

Kokosmilch

Etwas mehr Aufwand erfordert die Kokosmilch. Hierzu muss das geraspelte Fruchtfleisch mit dem Kokoswasser püriert und anschließend ausgepresst werden. Durch das Fruchtfleisch enthält die Kokosmilch wesentlich mehr Fett und Kalorien als das pure Kokoswasser, ist gleichzeitig aber reich an Vitaminen, Nährstoffen und Mineralien. Kokosmilch wird aus der reifen Kokosnuss gewonnen.

Die gewonnene Milch eignet sich perfekt zum Verfeinern von Currys oder Süßspeisen. Zusätzlich kann die Kokosmilch als guter Ersatz für Kuhmilch oder Sahne dienen. Sie ist vegan, enthält viele Nährwerte und gesunde, pflanzliche Fette. Wenn ihr abnehmen möchtet, ist Kokosmilch ein ebenso gutes Hilfsmittel. Die in der Kokosmilch enthaltenen Triglyzeride (Neutralfette) gehen nicht direkt wie andere Fette auf die Hüfte, sondern werden vom Körper in Energie umgewandelt. Wie immer im Leben macht hier ebenso die Dosis das Gift: Es wird während einer Diät empfohlen nicht mehr als 50-60 ml Kokosmilch täglich zu konsumieren, da andernfalls die Gefahr besteht mehr Energie aufzunehmen als der Körper benötigt.

Kokosmilch im Curry
Kokosmilch rundet jedes Curry-Gericht ab ©iStock

Kokosfett & Kokosöl

Kokosfett und Kokosöl werden derzeit regelrecht als Wundermittel gehypt. Es wird durch das Auspressen des Fruchtfleisches gewonnen. Sowohl die besondere Zusammensetzung der Fette als auch der hohe Rauchpunkt von 177 °C machen das Fett zum perfekten Küchenhelfer. Es kann zum Backen, Braten, aber auch als veganer Butterersatz verwendet werden.

Dem Kokosöl wird im festen Zustand (ab etwa 25 °C) eine desinfizierende Wirkung bescheinigt. Wenn ihr es auf die Zähne auftragt, soll das Öl Karies vermindern. Die erstaunlichste Erkenntnis liefern gleich mehrere Studien (u.a. vom USF Health Byrd Alzheimer’s Institute): Extrakte des Kokosöls können den bei Alzheimer und Demenz massiv auftretenden Zellschwund eindämmen oder sogar verhindern.

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