Ben Pötke

Trend E-Food

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So läuft der digitale Wocheneinkauf

Der klassische Wochen- oder Wochenendeinkauf ist für jeden eine mehr oder weniger beliebte, aber doch alltägliche Sache. Woche für Woche quälen sich dabei Millionen von Menschen durch überfüllte Supermärkte und endlose Kassenschlangen. Doch im digitalen Zeitalter muss das nicht sein. Wie nahezu jeder Bereich des täglichen Lebens wird auch der Lebensmitteleinkauf von der realen in die virtuelle Welt projiziert.

Doch wie funktioniert der Einkauf über die Datenautobahn? Ist es wirklich möglich, jedes Produkt zu kaufen und kommt es dann auch in entsprechender Frische und Qualität beim Kunden an? Muss dafür extra tief in die Tasche gegriffen werden? Wir haben euch die Trends im Bereich E-Food zusammen gestellt.

Wer bietet Lebensmittel im Internet an?

Eine Mitte 2015 veröffentlichte Studie untersuchte den Online-Lebensmittelmarkt in den USA und in Europa. Dabei kam man zum Schluss, dass der Markt nirgends so stark aufgeteilt ist wie in Deutschland. Fünf große Unternehmen (Edeka, Rewe, Lidl, Metro und aldi) teilen sich über 70 Prozent des stationären Handels, doch mit Edeka und Rewe sind nur zwei Anbieter auch im E-Food-Markt tätig und kommen zusammen auf nicht einmal dreißig Prozent Marktanteil in diesem Segment.

Etwa 18 Prozent der online verkauften Lebensmittel gehen bei den klassischen Internethändlern amazon und ebay über den virtuellen Ladentisch. Weitere 30 Prozent teilen sich die sogenannten Pure Player ohne stationären Handel, wie beispielsweise Allyouneed, lebensmittel.de oder mytime.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Angebote

Eine genaue Differenzierung der Angebote ist sinnvoll und auch notwendig. Zum einen gibt es die E-Food-Anbieter, die ihren stationären Handel fast eins-zu-eins in das Onlineangebot übertragen haben. So ist das Angebot im Onlineshop fast identisch mit dem im Supermarkt um die Ecke. Erhält der Händler eure Bestellung, geht ein Mitarbeiter im Markt quasi für euch im Supermarkt einkaufen. Der Einkauf wird nach einer gewissen Zeit bis zur Haustür geliefert. Es ist aber auch eine Selbstabholung im Markt möglich.

Die anderen Anbieter der „großen Fünf“ sind jedoch nicht untätig in diesem Bereich. Auch wenn das Angebot deutlich kompakter ist und keine leicht verderblichen Lebensmittel wie Obst, Fleisch oder Milchprodukte enthält, ist das Bestellen von haltbareren Lebensmitteln wie beispielsweise Wein problemlos möglich. Hier kommt die Ware, zugeschickt im Paket, über einen der diversen Postdienstleister.

Ein breiteres Angebot, jedoch ebenfalls zugeschickt aus einem zentralen Lager, bieten die Pure Player. Bei ihnen ist auch das Bestellen von Gemüse oder Obst möglich.

Wie funktioniert das Bestellen von Lebensmitteln im Internet?

Grundsätzlich funktioniert die Online-Lebensmittelbestellung gleich wie der Onlinekauf von Kleidung oder Elektronik. Bei der Bestellung im stationären Handel muss man auf den Seiten der Anbieter lediglich den Markt auswählen, der sich am dichtesten zum Lieferort befindet. Nachdem ihr euch entschieden habt, dass ihr den Einkauf geliefert haben möchtet, werdet ihr gebeten, einen noch freien Liefertermin zu wählen. Eine Selbstabholung ist hingegen jederzeit zu den Öffnungszeiten des Marktes möglich.

Erst daraufhin öffnet sich die Produktpalette und man kann nach seinen Wünschen einkaufen. Die gewählten Produkte sind dabei im Warenkorb übersichtlich dargestellt. Meist stehen auch zur Bezahlung verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Im Anschluss an die Bestellung wird der Einkauf bequem nach Hause geliefert.

Ein Einkauf bei den Pure Playern funktioniert ähnlich, nur dass der Einkauf nicht vom Supermarkt um die Ecke geliefert, sondern von einem zentralen Lager verschickt und mit dem Paketboten zugestellt wird.

Wie hoch sind die Kosten?

Allgemein unterscheiden sich die Kosten der Anbieter nicht großartig. Die Kosten für eine Lieferung bewegen sich dabei je nach Anbieter in etwa zwischen fünf und zehn Euro. Auch eine versandkostenfreie Lieferung ab einem bestimmten Bestellwert wird bei einigen Händlern angeboten.

Größer sind die Unterschiede hingegen, wenn man den Preis der Produkte online mit denen im Supermarkt vergleicht. Jeder Anbieter hat unterschiedliche Preise, bewirbt die Produkte nach seinen Wünschen und präsentiert sich so den Kunden. Ein Preisvergleich der verschiedenen Anbieter ist hier, wie auch in der realen Welt, sinnvoll und kann bares Geld sparen.

Geld und vor allem Zeit kann außerdem gespart werden, wenn der Einkauf online zusammengestellt und vom Kunden selbst im Supermarkt abgeholt wird. Hier fallen weniger Kosten an und die Kunden sind flexibler, da die Abholung zu jeder Zeit möglich ist.

Was bringt die Zukunft?

Aktuell gibt es noch relativ wenige Anbieter, die Kunden eine breite Produktpalette zum Online-Lebensmitteleinkauf zur Verfügung stellen. Es stehen einfach zu viele ungelöste Probleme im Raum, um ein flächendeckendes Angebot schaffen zu können.

Zwar ist das Modell der Lieferung vom stationären Handel zum Kunden um die Ecke eine gute Lösung, ist jedoch nur etwas für Kunden in großen Ballungsgebieten. Die Bevölkerung auf dem Land kann wirtschaftlich nur durch Lieferungen über Paketdienstleister gewährleistet werden, bei denen natürlich Versandkosten in unterschiedlicher Höhe anfallen. Darüber hinaus bleibt hierbei das Problem mit der Frische, die bei tagelanger Lieferung verlorengeht.

Darüber hinaus testen Kunden traditionell gerne vorher, was in ihrem Einkaufswagen landet. So kann es passieren, dass natürliche Waren wie Obst oder Gemüse nicht den individuellen Kundenvorstellungen entsprechen.

Fazit

Das Bestellen von Lebensmitteln im Internet kann Zeit und natürlich auch Geld sparen, jedoch sollte sich jeder genau überlegen, wie seine Bedürfnisse aussehen und welcher Anbieter diese am besten erfüllen kann. Darüber hinaus sind natürlich auch hier Preisvergleiche sinnvoll.

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