Spielsucht / ©iStock
Laura Dehmelt

Kann eine App die Glücksspielsucht bekämpfen?

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“Warnung: Glücksspiel kann süchtig machen!” – Und diese Sucht stürzt einen genauso tief in den Abgrund, wie eine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Nicht ohne Grund wird die Glücksspielsucht in Deutschland von den Krankenkassen auch als Krankheit anerkannt. Denn auch diese Sucht bedarf dringender therapeutischer Behandlung. Helfen soll dabei auch eine App, die es dem Nutzer ermöglicht, sein Suchtverhalten genau zu dokumentieren und zu analysieren.

Wann ist man süchtig nach Glücksspielen?

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge mehr als 550.000 Menschen unter pathologischem Glücksspielen, so der medizinische Fachbegriff für die Glücksspielsucht. Bei 750.000 bis drei Millionen Menschen spricht man von problematischen Spielern, bei denen es bereits starke Tendenzen zu einer ausgeprägten Glücksspielsucht gibt. 

Das sogenannte DSM-V (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen) legt zehn Merkmale fest, die, wenn mindestens fünf von ihnen zutreffen, eine Glücksspielsucht kennzeichnen:

  1. Starke Eingenommenheit vom Glücksspiel (zum Beispiel wenn Betroffene oft und lange darüber nachdenken, wie sie an Geld für das nächste Spiel kommen)
  2. Einsätze werden immer höher, um die gewünschte Erregung zu erzielen
  3. erfolglose Versuche, das Spielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben
  4. Beim Versuch, das Spielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben kommt es zu gesteigerter Unruhe und Gereiztheit
  5. Es wird gespielt, um Problemen oder schlechter Stimmung zu entkommen
  6.  Trotz hoher Geldverluste wird wieder und wieder gespielt.
  7. Lügen in Bezug auf das Ausmaß der Spielsucht.
  8. Illegale Handlungen, um das Spielen zu finanzieren
  9. Beziehungen, Arbeitsplatz und Zukunftschancen werden gefährdet oder sogar verloren.
  10.  Hoffnung auf Geldzuwendungen anderer, falls eine finanzielle Notlage zu überbrücken ist

Treffen also eine Vielzahl dieser Merkmale zu, sollte man sich unbedingt in die Hände von Experten begeben.

Eine App gegen die Glücksspielsucht?

Schon vor drei Jahren hat die Landesstelle für Glücksspielsucht in Bayern die App PlayOff auf den Markt gebracht, die bei der “Bewältigung von Glücksspielproblemen” helfen soll. Allerdings soll diese App in keinster Weise ein Ersatz für eine Therapie darstellen, sondern lediglich begleitend unterstützen.

So lassen sich hier die persönlichen Gründe fürs Spielen erfassen, Ziele stecken und es gibt ein Tagebuch, in dem genau dokumentiert werden soll, wann, in welcher Situation und wie lange gespielt und wie viel Geld verspielt wurde. Zudem macht die App gezielt Vorschläge, wie man sich in seiner Freizeit anderweitig beschäftigen kann. Die App kann also ehrlich geführt eine gute Kontrolle der eigenen Sucht sein und dabei helfen, das Spielen nach und nach zu reduzieren, weil die Auswirkungen der Sucht einem schwarz auf weiß vor Augen geführt werden. 

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