Soundwave Tattoo
Laura Dehmelt

Soundwave Tattoo: Skin Motion-Bild in Deutschland stechen lassen

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Tattoos erzählen immer auch eine Geschichte. Mal stehen sie symbolisch für Erinnerungen, mal für (abgeschlossene) Lebens- oder Liebesgeschichten, sind mal mehr und mal weniger persönlich, enthalten jedoch immer eine individuell geartete Botschaft. Mit der Erfindung eines amerikanischen Künstlers könnte das Tattoo in Zukunft allerdings vollkommen neue Botschaften vermitteln. Bisher ließen sich die Tattoos nur ansehen, vielleicht noch fühlen. Ab sofort gehen Tattoos jedoch nicht mehr nur unter die Haut, sondern auch direkt ins Ohr!

Tattoos zum Anhören einfach erstellen?

Wer gerade darüber nachdenkt, sich eine bestimmte Notenfolge oder ein Zitat des Lieblingssongs tätowieren zu lassen, der sollte kurz innehalten. Wie wäre es, wenn man genau die gewünschte Passage tätowiert auf dem Körper trägt und dann auch noch anhören kann? Und viel besser: Wie wäre es, anstatt das Todesdatum eines verstorbenen Angehörigen oder Freundes auf der Haut zu verewigen, seine Stimme tätowieren zu lassen? Klingt total verrückt? Ja! Ist aber möglich!

Alles begann damit, dass Tech-Freak Nate Siggard einem Freund die ersten Zeilen des Elton John-Klassikers “Tiny Dancer” tätowierte. Seine Freundin sagte danach zu ihm, dass es doch viel cooler wäre, wenn man eben jene Songzeile auch hören könnte. In diesem Moment kam Siggard auf die Idee. Eine Tonaufnahme seiner Freundin und seiner Tochter, die “I love you” sagen, brachte er in Form einer Schallwellen-Darstellung auf die Haut – und spielte sie dann ab. 1 Minute Sound ist damit “speicherbar”. Aber wie genau funktioniert das?

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So funktionieren die Soundwave Tattoos

Was als kleines unterhaltsames Experiment gedacht war, entwickelte sich via Social Media zum viralen Hit und führte schließlich dazu, dass sich Nate Siggard die Idee patentieren ließ. Eine Idee, die aber auch einfach zu genial ist: Jede Tonaufnahme erzeugt eine bestimmte Schallwelle (englisch: sound wave) und eben die wird dann tätowiert und durch eine bestimmte Soundwave-Tattoo-App abgespielt. Und da Schallwellen von jedem Geräusch erzeugt werden, ist auch so gut wie alles möglich. Das gilt nicht nur für Songs, sondern eben auch für so persönliche Aufnahmen, wie Nate Siggard sie in seinem Pilot-Tattoo verwendete. Doch wie kann man die dann nun hören?

Die Skin-Motion-App

Hier kommen wir zum zweiten Meilenstein seiner Erfindung: Einer App namens Skin Motion. Hier lädt der User sein Soundfile hoch und diese spuckt die dazugehörige Schallwelle aus. Mit der kann man dann zu einem zertifizierten Skin Motion-Tätowierer gehen (die es weltweit geben soll). Danach wird wiederum das gestochene Soundwave Tattoo vom Tätowierer fotografiert und hochgeladen, damit das Skin Motion-Team den Sound und das Tattoo verbinden kann. Innerhalb von 24 Stunden soll dieser Prozess dann abgeschlossen sein und man kann mit dem Smartphone und der App wie ein Scanner über das Tattoo fahren. Die App erkennt nun das Tattoo und spielt den dazugehörigen Sound ab.

Seit 2017 gibt es die Skin-Motion-App zum Download (› Google Android & › iPhone)

Soundwave Tattoo in Deutschland stechen lassen

Die Firma ist zwar in den USA beheimatet, dennoch kannst du auch in Deutschland ein Soundwave Tattoo stechen lassen. Voraussgesetzt du findest einen qualifizierten Tattoo Maker.

Mit diesen Kosten musst du rechnen

Die Kosten liegen in etwa bei denen für ein “normales Tattoo”, das heißt du solltest dir vorher Gedanken über die Fläche des Tattoos machen. Zusätzlich zu den Kosten für das Stechen (abhängig vom Studio, das du wählst) kommen weitere Kosten für die Soundwave App hinzu. Diese betragen einmalig zur Einrichtung des Accounts rund 40 US-Dollar (ca. 35 Euro) und dann ab dem 2. Jahr jährlich 10 US Dollar (ca 8 Euro).

Nachdem du einen Account erstellt hast, hast du 15 Tage Widerrufsfrist, in der du dein Geld zurückbekommst.

Checkliste: So kannst du ein Soundwave Tattoo erstellen

  1. Lege fest, welchen Ton (Lied, Stimme, Geräusch) du die als sound wave tätowieren lassen willst
  2. Besorge dir die Skin Motion App und lege dort ein Profil an
    Lade deine Sounddatei dort hoch
  3. App gibt dir das zu tätowierende Klangwellenmuster aus
    Suche einen Tätowierer in deiner Nähe. Es sollte ein zertifiziertes Tattoo-Studio sein, damit alles klappt (Weiter unten gibt es eine Liste)!
  4. Lass dir das Soundwave Tattoo stechen
  5. Das Tattoo Studio fotografiert anschließend das fertige Hautkunstwerk und lädt es in der App hoch
  6. Fertig. Scanne dein Soundwave Tattoo und die Klangdatei wird abgespielt

Liste der zertifizierten Soundwave Tattoo-Studios

In Deutschland sind die Klangwellen-Tattoos noch nicht sehr weit verbreitet. In folgenden Städten gibt es zertifizierte Studios (Stand August 2018). In anderen europäischen Ländern sind die Soundwave-Studios stärker verbreitet (Liste weiter unten).

Deutschland

  • Berlin (Tattoo Drive Berlin GbR)
  • Brandenburg (Havel) (Extreme Tattoo)
  • Magdeburg (City Tattoo)
  • Osterholz-Scharmbeck (b. Bremen) (Once Upon A Time-Tattoos)
  • Selm (b. Dortmund) (Hautnahdabei)
  • Dortmund (Deep in Tattoo)
  • Mönchengladbach (Boyz Ink The Hood)
  • Hürth (Köln) (Paint Studios Ltd.)
  • Niederbrombach (b. Trier) (Café-Ink Tattoo & Art)
  • Stuttgart (Medtatt)
  • Regensburg (Tattoo Kryptonite)
  • Runding (Bayern) (Needles and Pins)
  • München (Medusa Studio)
  • Feldkirchen Westerham (Bayern) (M-Art-Ink Tattoo)

Österreich & Schweiz

  • Stans (bei Luzern) (Tattoo World)
  • Flawil (b. St. Gallen) (Bound Art.Tattoo Room)
  • Wien (Opus Magnum)
  • Wiener Neudorf (Alex Sun)
Soundwave Tattoo Studios Deutschland

Weitere Studios gibt es in den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien sowie Polen und Serbien.

Deine Stadt nicht dabei? Vielleicht gibt es inzwischen neue Studios! Liste der Tattoo-Studios

Erfahrung: Wie gut sind die Soundwaves wirklich?

Häufigste Einwände dagegen (und ob sie berechtigt sind)

  1. Im Netz wird oft bezweifelt, dass das Konzept wirklich funktioniert. Die auf der Haut in einem Soundwave-Bild gespeicherten Informationen sind viel zu klein, das Muster viel zu grob, um einen Klang abzuspielen.
    Stimmt prinzipiell. Aber die Audiodatei wird nicht über das Tattoo abgespielt, sondern über eine App, in der die Datei vorher hinterlegt wurde. Die scannt lediglich das Bild und ordnet es der Audiodatei zu. Im Prinzip könntest du dir auch einen Barcode tätowieren. Die Soundwave-Form ist lediglich “Show”.
  2. Wenn der Betreiber pleite ist, kann ich nichts mehr anhören.
    Absolut möglich! Da die App von einer privaten Firma in den USA gehostet und betrieben wird, kann niemand wissen, was passiert, wenn die Firma nicht mehr existiert oder die App einfach eingestampft wird. Möglich, dass du dann ein Tattoo hast, das nicht mehr eingescannt werden kann.
  3. Die Kosten für ein Soundwave Tattoo sind sehr hoch.
    Teilweise richtig. Die Kosten liegen prinzipiell erstmal nicht deutlich über denen für “normale” Tattoos. Aber da es in Deutschland erst wenige zertifizierte Studios gibt, kommt das quasi einem Monopol gleich. Ein klassischer Preisvergleich, bei dem du das günstigste Studio aussuchen kannst, ist hier (noch) sinnfrei. Die App ist zwar kostenfrei zu installieren, dennoch fallen im Zuge des Kreationsprozesses dort Kosten an.

Und was sich neben der Haut noch tätowieren lässt, erfahrt ihr oben im Video.

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