Mann mit Klobürste / ©iStock
sohomen.de-Redaktion

Putzt du dir deine Zähne auch mit Fäkalien?

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Höchstwahrscheinlich! Denn was sich erst einmal total absurd (und eklig) anhört, ist leider leider so: Die meisten Zahnbürsten sind voller Spuren von Fäkalien. Denn das Waschbecken befindet sich im Badezimmer meist nicht weit von der Toilette entfernt. Und am Waschbecken werden üblicherweise die Zahnbürsten gelagert….

Mikroorganismen verteilen sich in der Luft

Die wenigsten Menschen schließen den Deckel der Toilette, bevor sie die Spülung ziehen. Zusammen mit dem Spülwasser werden auch winzige Partikel der eigentlich wegzuspülenden Fäkalien und des Urins in die Luft geschleudert. Das Aerosol verteilt sich, und mit den feinen Wassertröpfchen verteilen sich auch die Erreger im Raum und auf der Zahnbürste.

Erreger können gefährlich werden

Fäkalkeime wie beispielsweise Bakterien des Stammes E. coli können schwere Erkrankungen auslösen. Während die Toilette immer wieder ordentlich gereinigt wird, vernachlässigt man Handtücher und Zahnbürsten in der Regel. Forscher der Quinnipiac University in Connecticut haben eine Studie unter jungen Menschen durchgeführt: Stehen die Zahnbürsten alle gesammelt in einem Badezimmer, das von mehreren Menschen genutzt wird, befinden sich auf den Zahnbürsten und insbesondere den Borsten nicht nur ungefährliche Keime, sondern eben auch Fäkalbakterien. Sie errechneten, von wem diese Erreger stammen: Mit einer Chance von 80 % nicht vom Besitzer oder der Besitzerin der Zahnbürste, sondern von anderen Personen.

Besiedlung kann kaum vermieden werden

Die Forscher untersuchten, ob und wie die Zahnbürsten der Probanden gereinigt wurden. Ein Teil der Probanden säuberte die Zahnbürste regelmäßig mit heißem Wasser, andere benutzten kaltes Wasser oder Mundwasser. Das hatte alles keinen Einfluss auf die Besiedlung mit Erregern. Den niedrigsten Gehalt an Erregern hatten die Bürsten, die ohne Schutzkappe aufrecht in einem gut gelüfteten Badezimmer trocknen durften. Die meisten Erreger fanden sich in Zahnbürsten, die in einer dicht schließenden Schutzhülle steckten und nicht trocknen konnten.

Zahnbürste ist ideales Biotop

Zwischen den feinen Borsten der Zahnbürste bilden sich kleine Schutzräume, in denen sich die Feuchtigkeit besonders lange hält. Diese Zwischenräume und Hohlräume (insbesondere bei Zahnbürsten aus Naturborsten) trocknen nur schwer. Das gilt vor allem dann, wenn die Zahnbürste liegend gelagert wird oder in einer Hülle steckt.

Die meisten Erreger sind harmlos und kommen ohnehin in der Mundflora vor. Fäkalkeime können dagegen richtig gefährlich werden und lebensbedrohliche Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt hervorrufen. Die Empfehlungen der American Dental Association geht dahin, Zahnbürsten grundsätzlich nicht in geschlossenen Behältern aufzubewahren und sie nach spätestens drei bis vier Monaten auszutauschen.

Desinfizieren bringt nicht viel

Man könnten jetzt darauf schließen, dass eine Zahnbürste nur gründlich gereinigt werden muss, um keimfrei zu werden. Aber weder der Waschgang in der Spülmaschine, noch das Bad in kochendem Wasser oder ein spezielles Desinfektionsspray ändern viel an der Keimbesiedlung. Die meisten Maßnahmen zerstören nur die fein abgerundeten Borsten, so dass die Zahnbürste den Plaque nicht mehr richtig entfernen kann. Auch Alkohol und Desinfektionsmittel greifen das Material an. Zahnärzte empfehlen daher, die Zahnbürste nach Benutzung gut auszuwaschen und aufrecht stehend trocknen zu lassen.

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