Michael Knüppel

Studie beweist: Bärte sind keine Keimherde – im Gegenteil!

alles abspielen besuchen

Vollbärte sind zwar derzeit mal wieder voll im Trend, gelten aber auch immer wieder als „Schmutzfänger“. Unrein und voller Bakterien soll die Gesichtsbehaarung angeblich sein. Dieser These nahmen sich nun Wissenschaftler an und untersuchten 408 Probanden auf Keime in ihrem Gesicht.

Die Probanden hatten dabei alle etwas gemein, sie waren Krankenhausmitarbeiter. Wo sonst, als in einem Krankenhaus, kann man schließlich mit so vielen unterschiedlichen Keimen in Kontakt kommen? An Krankheitsübertragung über die Hände, Kittel oder Geräte wurde schon oft gedacht, an Bärte bisher noch nicht. Umso überraschender die Ergebnisse der Untersuchung. Das glattrasierte Personal wies eine wesentlich höhere Besiedelung mit bestimmten Bakterienarten auf als das unrasierte Personal. Bis zu drei mal häufiger waren sie mit Bakterien übersät als ihre Bart-tragenden Kollegen.

Neue Antibiotika aus Bärten

Die Erklärung hierfür sehen die Wissenschaftler in der Rasur. Bei der Prozedur entstehen auf der Haut durch die Klinge sogenannte Mikrotraumen, also kleinste Verletzungen der oberen Hautschicht. Durch diese Schürfwunden würde die bakterielle Besiedlung unterstützt, so die Forscher.

Dr. Adam Roberts von der College University London untersuchte nun die Bart-Proben unzähliger Probanden und züchtete daraus Kulturen. In einigen der Kulturen konnte Roberts antibiotische Eigenschaften beobachten. Es wuchs etwas heran, was alle anderen Bakterien abtötete. Sollte es wirklich sein, dass in manchen Bärten infektionsbekämpfende Antikörper wachsen, könnte dies eine unglaubliche Entdeckung sein – die medizinische Forschung ist seit Jahren auf der Suche nach neuen Antibiotikaformen.

cool good eh love2 cute confused notgood numb disgusting fail