Menschen gehen schnell und langsam / ©iStock
Laura Dehmelt

Wer schneller geht, lebt länger!

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Fakt ist: Die Welt der Fußgänger unterteilt sich in Schnell- und Langsamgeher. Doch während die langsam gehende Bevölkerung sich von den schnell gehenden Mitmenschen nicht wirklich beeindrucken lässt, sieht das umgekehrt schon anders aus. Denn zum Langsamgehen gesellen sich oftmals auch noch lästige Phänomene wie abrupte Stops und/oder spontane Richtungswechsel, die den Spurt durchs Leben ausbremsen. Dabei hat das schnelle Gehen nämlich so einiges für sich: Man kommt fixer von A nach B, man verbrennt mehr Kalorien und, wenn man einer Studie Glauben schenken darf, lebt man auch noch länger.

Zahn zulegen zahlt sich aus

Wer zwei gesunde Beine hat, sollte in Zukunft mindestens einen Gang oder besagten Zahn zulegen. Denn Forscher des National Institute of Health Research in Leicester haben sich in einer Studie unter anderem der Auswirkung von schnellem und langsamem Gehen auf die Gesundheit angenommen. Dazu werteten die Wissenschaftler Daten von 474.919 Briten aus und kamen zu einem ersten spannenden Zwischenergebnis:

Schnelles Gehen kann das Leben durchschnittlich um 15 Jahre verlängern. Interessant daran ist, dass die höhere Lebenserwartung nahezu unabhängig ist vom Gewicht des schnell gehenden Menschen. 

Am schlechtesten schnitten in Bezug auf die Lebenserwartung lediglich Menschen ab, die untergewichtig waren und dazu auch noch angaben, sich im Alltag eher langsamen Schrittes fortzubewegen.

Professor Tom Yates, der die Studie leitet, sagt dazu:

Unsere Ergebnisse könnten dabei helfen, zu verdeutlichen, wie wichtig die physische Fitness im Vergleich zum Körpergewicht ist, wenn es um die Lebenserwartung geht. In anderen Worten legen die Ergebnisse nahe, dass die physische Fitness bei der Lebenserwartung womöglich ein besserer Indikator ist als der Body Mass Index (BMI). Und dass die Bevölkerung Lebensjahre geschenkt bekommt, wenn sie nur dazu ermutigt wird, zügig zu laufen.

Dem Tod von der Schippe gehen

Unterstrichen wird diese Annahme von einer anderen Studie der medizinischen Fachzeitschrift BMJ: Hier untersuchten die Wissenschaftler die Gehgeschwindigkeit und die Sterberate von 1705 Männern, die zu Beginn der Studie bereits alle über 70 Jahre alt waren. Ausgegangen waren sie dabei von der Annahme, dass der Tod eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 2,9 km/h an den Tag legt.

Die Männer, die im Rahmen der Studie schneller als 3,2 km/h liefen, wiesen im Vergleich zu Männern, die langsamer unterwegs waren, ein geringeres Risiko auf, während des Zeitraums der Untersuchung zu sterben. Männer, die mit einer Geschwindigkeit von mindestens 4,8 km/h unterwegs waren, lebten sogar noch fünf Jahre nach Abschluss der Messungen.

Wer dem Tod von der Schippe laufen will, sollte sich ab dem 70. Lebensjahr also möglichst im Rahmen genau dieser Geschwindigkeit fortbewegen. Demzufolge wäre es natürlich durchaus ratsam, mit dem Schnellgehen schon ein paar Jahrzehnte vorher zu beginnen.

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