Ben Pötke

10 Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung

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Es gibt wohl kaum etwas Härteres als den aktuellen Arbeitsmarkt. Egal ob mit Anfang 50 oder frisch von der Uni, wer einen guten Job haben will, der einem bestenfalls auch Spaß macht, muss beim Personaler Eindruck hinterlassen. Und das fängt bei der Bewerbung an.

Zwischen all den 08/15-Bewerbern mit ihren langweiligen Standardanschreiben braucht der Bewerbungsbrief Persönlichkeit, vielleicht sogar Witz, aber auf jeden Fall Charakter. Die Innovation steckt nicht selten im Unkonventionellen. Ist man ein Träumer, fantasiert gerne oder spinnt oft rum? Die Persönlichkeit sollte nicht versteckt werden, man sollte zu sich stehen, aber sie gut verpacken.

Tipp 1: Aus der Bewerber-Masse herausstechen

Auf Phrasen und Floskeln verlassen sich die meisten Bewerber! Seid stattdessen originell und beeindruckt euren Arbeitgeber in spe mit einer kreativen Präsentation euer selbst. Natürlich kommt es darauf an, wo man sich bewirbt. Als Koch seine Bewerbung in einer Pfanne zu schicken, samt kreativem Slogan: „Stell mich ein, ich hab was auf der Pfanne“, passt bei einem Webdesigner eher weniger. Dieser sollte dann vielleicht auf ein interaktives PDF oder gar eine eigens gestaltete Website setzen, in der er sich vorstellt. Auch bei Online-Bewerbungen können Powerpoint- oder Prezi-Präsentationen sinnvoll sein.

Solltet ihr vorhaben, ein Bewerbungsvideo zu produzieren, seid vorsichtig. Nur professionelle und kreative Videos haben einen positiven Effekt.

Falls ihr euch bei der Stadtverwaltung oder bei Ämtern bewerbt, solltet ihr jedoch beim klassischen Format bleiben. Eine nach Vorgaben korrekt zusammengestellte Bewerbungsmappe lässt sich hier auf Kenntnisse und Fertigkeiten zurückführen, die in diesem Job mitzubringen sind.

Tipp 2: Typische Floskeln vermeiden!

Neben Rechtschreibfehlern, gibt es auch eine Menge tödlicher Sätze, die mehr denn je dem Standard-Einheitsbrei vorbehalten sind und die es geschickt zu verhindern gilt!

  • Wer nicht recherchiert oder zumindest mal nachfragt, wer denn eigentlich der zuständige Personaler in seinem Wunschbetrieb ist, beginnt sein Anschreiben mit: „Sehr geehrte Damen und Herren“. Bitte nicht!
  • Der erste Satz muss sitzen! Ein „bezugnehmend auf ihre Anzeige vom…“ haut den Leser nicht wirklich vom Hocker. Lieber Emotionen und Interesse an einem selbst wecken und zwar mit kreativen Einleitungen: „Von mir zu Hause bis zu ihrem Unternehmen sind es mit dem Fahrrad gerade einmal 15 Minuten. Während die anderen Mitarbeiter also noch im Stau festhängen, könnte ich schon der erste Kollege im Büro sein.
  • Den tabellarischen Lebenslauf nicht einfach nur in Sätze verpacken, sondern besondere Stationen herauspicken und erläutern, warum diese einen bei der Stellenwahl beeinflusst haben.
  • Die Verabschiedung per Standardgruß: „Mit freundlichen Grüßen“ ist grundsätzlich nicht falsch, doch geht es origineller. Durch „Mit besten Grüßen nach (Ort des Arbeitgebers)“ entsteht ein persönlicherer Bezug zum Empfänger. Der Personaler empfängt so unbewusst Empathie und schließt mit einem positiveren Gefühl ab.

Tipp 3: Kurz fassen!

Gerade bei Stellen mit hunderten Bewerbern, entscheiden schon die ersten Sätze im Anschreiben. Wer es schaffen will, den Personaler bei Laune zu halten, sollte auf keinen Fall seinen gesamten Lebenslauf in Sätze kleiden. Kurz fassen, heißt die Devise und der Bewerbungsbrief sollte auf eine Seite passen. Zusammen mit einer zweiten Seite, dem tabellarischen Lebenslauf, liegt die Bewerbung voll im Trend. Solltet ihr Interesse geweckt haben, können Zeugnisse und Referenzen in einem ausführlicheren Rahmen nachgereicht werden.

Tipp 4: Eigenlob stinkt nicht!

Ihr wisst, was ihr zu bieten habt und seid davon überzeugt, dem Unternehmen mit eurem Können weiterzuhelfen. Verkauft euch bestmöglich und scheut euch nicht vor Eigenlob. So sollte auch die Kernaussage der Bewerbung klingen. Achtet dabei aber darauf, nicht überheblich zu klingen. Behauptet also nicht einfach teamfähig, engagiert und belastbar zu sein, sondern belegt es an ein bis zwei Beispielen aus dem Lebenslauf.

Tipp 5: Nicht übertreiben!

Jeder flunkert in seiner Bewerbung ein wenig? Falsch. Falschaussagen oder Übertreibungen können ganz schnell nach hinten losgehen. Solltet ihr beispielsweise angeben, perfekt Französisch, Englisch und Deutsch zu beherrschen, kann diese Lüge schnell auffliegen, wenn der Ansprechpartner das Bewerbungsgespräch plötzlich auf Französisch beginnt.

Übertreibungen machen unglaubwürdig und Lügen sind ein absolutes Ausschlusskriterium. Besinnt euch auf Stärken und das, ohne zu prahlen. Am besten verpackt man seine Stärken in eine kleinere Schwäche, wie zum Beispiel übertriebener Ehrgeiz, um nicht überheblich zu wirken.

Tipp 6: Klare Ansagen!

Klare An- und Aussagen lassen den Personaler wissen, was man will. Achtet bei Formulierungen in der Bewerbung darauf, keinen Konjunktiv zu benutzen: „Es wäre schön, wenn sie mich einladen könnten…“ schwächt die Aussage ab und wirkt viel zu unsicher. Besser ist: „Habe ich Ihr Interesse geweckt, dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

Tipp 7: Individualisierte Bewerbung!

Solltet ihr eine originelle Bewerbung erarbeitet haben, ändert nicht einfach den Briefkopf und sendet sie an zig verschiedene Unternehmen. Selbst wenn man kreativ über sich geschrieben hat, das Ganze aber so verpackt, dass es auf jeden Arbeitgeber passt, wird der Empfänger es merken.

Arbeitet in dem Bewerbungsbrief spezielle Informationen die Firma betreffend ein, wie vielleicht die Mitarbeiteranzahl, die Firmenstandorte und/oder aktuelle Geschehnisse. Informiert euch über den zukünftigen Arbeitgeber und lasst ihn spüren, dass ihr euch mit ihm beschäftigt habt.

Tipp 8: Lücken vermeiden!

Im Idealfall sollte der tabellarische Lebenslauf keine größeren Lücken aufweisen. Das führt beim Arbeitgeber nur zu Mutmaßungen oder falschen Interpretationen. Solltet ihr aber für längere Zeit im Ausland gewesen sein, unrühmliche Praktika abgeschlossen haben oder auch arbeitslos gewesen sein, steht auch dazu.

Allerdings solltet ihr immer eine plausible Erklärung für den Lebenslauf haben, ohne einen negativen Eindruck entstehen zu lassen. Wenn oft nach kurzer Zeit der Arbeitgeber gewechselt wurde, ist es vielleicht eine „schönere“ Erklärung zu sagen, dass man jung war und sich noch ausprobieren wollte.

Tipp 9: Lächeln ist Pflicht!

Ein Bewerbungsfoto ist keinesfalls Pflicht, kann aber für weitere Pluspunkte sorgen. Dafür sollte es allerdings ein professionelles Bild von einem Fotografen sein. Dabei ist ein symphatisches Lächeln Pflicht. Solltet ihr aber kein zufriedenstellendes Foto zur Hand haben gilt: Kein Foto ist besser als ein schlechtes Foto.

Tipp 10: Auf Details achten

Bei deiner fertigen Bewerbung unbedingt auf die Details achten. Schon kleinere Fehler schaden einem guten Gesamteindruck. Eine unsaubere Formatierung, verschmierte Ausdrucke oder unleserlichen Kopien wirken wie ein dreckiges Hemd zum Bewerbungsgespräch.

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