Bewerbungsgespräch / ©iStock
Laura Dehmelt

Achtung, Fangfragen: So reagiert man im Bewerbungsgespräch am besten

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Bewerbungsgespräche gehören mit Sicherheit für viele zu den angespanntesten und unangenehmsten Situationen im Berufsleben. Umringt von mindestens dem Personalleiter, prasselt da die eine oder andere Fangfrage auf einen ein, auf die man eventuell auf die Schnelle gar nicht die richtige Antwort parat hat. Wie man am besten in einem Bewerbungsgespräch reagieren und was auf jeden Fall vermieden sollte, erfahrt ihr hier.

Was bezwecken Fangfragen im Bewerbungsgespräch?

Viele Bewerber zeigen sich in einem Bewerbungsgespräch nicht ganz so wie sie wirklich sind, sprich, sie verstellen sich ein wenig. Denn das Gegenüber soll die beste Seite kennenlernen. Diese kleine Scharade kann entweder vollkommen unbewusst oder total bewusst initiiert werden. Kommen die befürchteten Fangfragen auf, wie zum Beispiel die eigene Arbeitsweise aussieht oder wie es mit der Motivation bestellt ist, dann versucht der Personalleiter sein Gegenüber aus dem Konzept zu bringen.

Sinn und Zweck solcher Fangfragen soll dabei in erster Linie sein, dass die Spontanität auf den Prüfstand gestellt werden kann. Scheint es den meisten Jobanwärtern auch gemein, so sollte aber darüber nachgedacht werden, dass der Personalleiter in einem doch eher kurzen Bewerbungsgespräch kaum die Chance hat, den Gesprächspartner wirklich kennen zulernen. Mit Fangfragen soll geschaut werden, wie das Gegenüber in Stresssituationen reagiert und ob sich eine Eignung für den Job zeigt. Wer weiß, wie solche Fangfragen zu handeln sind, der ist für jedes Bewerbungsgespräch gewappnet.

So können Fangfragen aussehen:

  • Wo sehen sich in etwa fünf Jahren?
  • Beschreiben Sie sich in drei Worten!
  • Gab es Situationen in Ihrem Leben, in denen Sie besonders stolz auf sich selbst waren?
  • Sie brachen Ihr Studium ab – waren Sie diesem nicht gewachsen?
  • Wurde von Ihnen schon einmal eine Regel ganz bewusst gebrochen – und wenn ja, welche?
  • Glauben Sie nicht, dass Sie für diesen Job zu unerfahren sind?
  • Welche Schwächen haben Sie?
  • Wie bewerten Sie mich als Interviewer?

Tipps, wie im Bewerbungsgespräch mit Fangfragen umgegangen werden kann

1. Zeit nehmen
Auf schnelle Antwort sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, nur um einen schlagfertigen Eindruck zu machen. Vielmehr zeigt eine gut durchdachte Antwort, dass sich entsprechend mit der Frage auseinandergesetzt wurde. Diese Form der Beantwortung ist wesentlich besser, als irgendetwas Sinnloses zu erzählen. Tief einatmen und seine Gedanken ordnen, sollte hier die Devise sein.

2. Sich nicht auf Provokationen einlassen
Es muss nicht jede Frage auf provozierendem Niveau einfach hingenommen werden. Sollte der Fragesteller z.B. in Richtung sexuelle Orientierung oder eine geplante Schwangerschaft abzielen, kann gekonnt mit einer Gegenfrage, wie „Inwieweit stellt dies eine Relevanz für meinen Job bei Ihnen dar?“ gekontert werden. Fragen in Bezug auf das eigene Privatleben, müssen ebenfalls nicht beantwortet werden. Solche Art der Fragestellungen seitens des Personalleiters sind unangebracht.

Ist das Bewerbungsgespräch zu Ende, sollte man in sich gehen, um intensiv darüber nachzudenken, ob man auch wirklich für dieses Unternehmen tätig werden möchte, wenn schon vorab so mit den potenziellen Mitarbeitern umgegangen wird.

3. Ehrlich sein
Wie bereits erwähnt, sollten Fangfragen den Bewerber nicht ärgern, sondern vielmehr aus der Reserve locken, um zu ermitteln, wie gut er spontan antworten kann. Es kommt auf keinen Fall gut an, wenn die Sätze für diesen Bereich des Bewerbungsgesprächs einstudiert sind. So wird sich hinter einer Maske versteckt und sollte der Personalleiter dies erkennen, wird das sicherlich keinen guten Eindruck hinterlassen.

Die Persönlichkeit sollte entsprechend und im Rahmen gezeigt werden und auch die Antworten sollten stets ehrlich sein. Sollte mal keine Antwort auf eine Frage parat sein, dann kann dies ruhig offen und ehrlich zugegeben werden. Selbstironie und Humor können in solchen verfänglichen Situationen durchaus hilfreich sein. Schwächen können getrost zugegeben werden, denn jedem ist bekannt, dass kein Mensch perfekt ist. Stärke ist, Schwächen zuzugeben.

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