Junger Autofahrer fährt durch Tunnel
Andreas Fromm

Darum sind Millennials schlechte Autofahrer

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Laut des ADAC sind junge Autofahrer eine Hochrisikogruppe im Straßenverkehr. Insbesondere die männlichen Autofahrer gelten als ein großes Risiko. So waren im Jahr 2016 über 70 Prozent der getöteten 18- bis 25-jährigen Fahrer und Mitfahrer eines PKWs männlich. Die ADAC-Unfallforschung nennt Ursachen und kritisiert, dass präventive Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft seien.

Fehlende Erfahrung und mangelnde Reife als Sicherheitsrisiken

Bei jungen Autofahrer treffen zwei Sicherheitsrisiken aufeinander: die fehlende Erfahrung und die mangelnde Reife. Es ist gewöhnlich, dass bei neu gelernten Dingen öfter Fehler passieren. Deshalb schätzen junge Fahrer häufiger Situationen falsch ein, indem sie ihr eigenes Können, das Verhalten des Fahrzeugs und situative Bedingungen wie beispielsweise das Wetter oder Straßenverhältnisse nicht richtig beurteilen. Die bessere Einschätzung und die Kompensation von Fehlern kann nur mit Erfahrung erfolgen, die jungen Autofahrern zwangsläufig fehlt. Hinzu kommt das Risiko der Jugendlichkeit. Bis Mitte 20 befindet sich das Gehirn im Aufbau, dies hat die Folge, dass Gefühls- und Impulskontrolle sowie die Urteilsfähigkeit noch nicht vollständig ausgereift sind und junge Menschen deshalb häufiger zu Selbstüberschätzung neigen. Beispielsweise wird so häufig das Risiko des alkoholisierten Fahrens unterschätzt. Eine weitere Ursache ist der hohe Testosteronspiegel bei jungen Männern. Dieser führt immer wieder zu riskanten Fahrmanövern, weil der sogenannte Kick gesucht wird. Die Deutsche Verkehrswacht fügt als zusätzliche Ursache die Tatsache an, dass viele junge Autofahrer zu fahrlässig mit der Gurtpflicht umgehen und deshalb häufiger tödlich verunglücken. Polizeipräsident Hans Becker nennt gegenüber dem SWR außerdem die Ablenkung am Steuer durch das Smartphone als ursächlich für die hohe Unfallzahl unter jungen Autofahrern.

Begleitetes Fahren ab 17 Jahren verringert das Unfallrisiko

Es ist eine positive Entwicklung, dass die Zahl der Unfälle bei jungen Menschen in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Dies ist vor allem auf die Modernisierung der Fahrausbildung zurückzuführen. So ist es nachgewiesen, dass das Begleitete Fahren ab 17 Jahren das Unfallrisiko nachhaltig mindert, da die jungen Fahrer bereits mehr Erfahrung sammeln konnten. Aus diesem Grund wird diskutiert, das Begleitete Fahren bereits ab 16 Jahren anzubieten, damit Jugendliche noch mehr Fahrpraxis erlangen können bevor sie alleine Verantwortung für sich, ihr Auto und andere übernehmen müssen. Jedoch hat nicht jeder Jugendliche die Möglichkeit, das Begleitete Fahren ab 17 Jahren zu nutzen, da entweder das Auto oder die entsprechende Begleitperson fehlt. Die ADAC-Unfallforschung fordert daher weitere präventive Maßnahmen.

Präventive Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft

Als weitere präventive Maßnahme schlägt die ADAC-Unfallforschung eine Verpflichtung zur Weiterbildung für Fahranfänger vor. Im Rahmen einer Mehrphasenausbildung soll so das Unfallrisiko deutlich gesenkt werden – in Nachbarländern ist der Effekt bereits zu beobachten. Auf diese Weise wird der Lernzeitraum verlängert und Fahranfängern fällt es häufig leichter, theoretische Lehrinhalte angemessen aufzunehmen, wenn sie bereits über ein Grundgerüst an Routinefertigkeiten des Autofahrens verfügen. Außerdem fordert die ADAC-Unfallforschung eine Ausweitung der altersgerechten Aufklärung in weiterführenden Schulen und Berufsschulen.

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