Mann mit Blumen im Gesicht / ©iStock
Laura Dehmelt

Erste Flirt-App verbannt Foto-Filter für Profilbilder

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Das geliebte Smartphone und seine zahlreichen Funktionen – Fluch und Segen zugleich. Zutreffend auf nahezu alle Lebenslagen und besonders auch auf unser Liebes-Leben. Denn Flirt-Apps gibt es inzwischen wie Sand am Meer und da man sich dort natürlich von seiner besten Seite zeigen will, wird hier und da auch gerne einmal nachgeholfen. Mit unzähligen Filtern ist das strahlende und glatt gebügelte Gesicht ja auch nur ein paar Klicks entfernt. Doch das könnte vielleicht bald der Vergangenheit angehören.

Nutzer von Dating-Apps wollen mehr Realität

Wem ist es noch nicht passiert: Da entscheidet man sich auf App XY für eine Frau oder einen Mann und kann sein Glück gar nicht fassen. Perfekte Haut, große strahlende Augen und ein Funkeln über das ganze Gesicht. Man weiß zwar selbst, dass da gerne auch mal ein bisschen digital ausgebessert wird, aber so fernab der Realität wird es schon nicht sein. Und dann begegnet man sich beim ersten Date und ist milde gesagt etwas verwirrt, dass das Gegenüber doch nicht ganz dem Bild entspricht, das die favorisierte Bildbearbeitungsapp gezeichnet hat. 

Und weil das nicht nur den App-Nutzern, sondern auch den App-Betreibern ein Dorn im Auge ist, hat die erste Dating-App nun reagiert. In einer Umfrage unter 2000 Menschen stellte sich nämlich heraus, dass 84 Prozent der Befragten wert auf eine ehrliche Dating-Erfahrung legen würden. 52 Prozent gaben sogar an, dass Filter komplett von Dating-Apps verbannt werden sollten. Jeder Dritte meinte hingegen, dass er Personen mit stark bearbeiteten Bildern gar nicht erst schreiben würde. 65 Prozent wünschen sich lieber mehr Informationen über den Nutzer statt zu vieler unrealistischer Bilder.

Diese Filter kommen am wenigsten an

Natürlich nutzte man die Umfrage auch gleich, um herauszustellen, welche Filter denn bei den Nutzern am wenigsten ankommen. Schließlich liefern Instagram und Snapchat eine Vielzahl von verrückten Filtern, von denen sich einige zu absoluten Favoriten entwickelt haben. Und diese werden dann auch gerne einmal fürs Dating-Profil verwendet. Hier die Ergebnisse:

  • 22 Prozent für die Hunde-Uhren und -Zungen
  • 20 Prozent für den Bunny-Filter
  • 18 Prozent für den Brillen-Filter
  • 17 Prozent für den Blumenkranz
  • 15 Prozent für das Reh

Plenty of Fish verbannt stark gefilterte Profilbilder

Daraus zog die Dating-App Plenty Of Fish nun Konsequenzen: 150 Millionen User bzw. mehr als 70 Millionen Bilder werden nun im Laufe des Jahres überprüft. Nutzer, die durch zu stark gefilterte Bilder auffallen, werden benachrichtigt, da sie gegen die neue Regel verstoßen.

Vorstellbar wäre, dass Bilder in Zukunft dann bereits beim Upload überprüft werden, ob sie dem neuen Anspruch entsprechen. Dazu machte das Unternehmen bisher aber keine weiteren Angaben. Man darf allerdings gespannt sein, ob weitere Apps nachziehen werden.

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