Mann mit Smartphone
Laura Dehmelt

Ist das die perfekte Anmache für Tinder & Co.?

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Unser aller Friends-Liebling Joey mag ja mit seinem “How you doing!?” mehr oder weniger Erfolg bei den Frauen gehabt haben. Aber das waren auch die 90er und Tinder & Co. waren längst nicht erfunden. Heute ist schließlich alles anders und in Zeiten von Online-Dating ist das Flirten – paradoxerweise – irgendwie schwieriger geworden.

Matches erzielen, Profilbesucherinnen auf sich aufmerksam machen und dann auch noch SO ein kreativer Wortkünstler sein, dass der Auserwählten nichts anderes mehr übrig bleibt, als endlich einem Treffen zuzustimmen. Ja, Online-Dating kann sich durchaus zum Hochleistungssport entwickeln. Und vielleicht ist es euch dabei ja auch schon aufgefallen, dass ihr mit einem simplen “Hey, na wie geht’s” nicht wirklich den Konversationsstein ins Rollen bringt.

Gesucht: Die perfekte Pick-Up-Line

So lautet die selbst gestellte Zielvorgabe von Joe Bagel. Mit Tinder hat der Redakteur aus Kanada bereits seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht, wie er in seinem Beitrag auf medium.com berichtet:

Oh Tinder. Du bist das verrückteste, widerlichste und gleichzeitig wunderbarste Werk der Technik. Was würde ich bloß ohne dich tun? Du bist verantwortlich für einige unglaubliche Freundschaften, verlockende Romanzen und fortwährende Erinnerungen an Drinks, die mir ins Gesicht geschüttet wurden.

Man kann Bagels Verhältnis zu Tinder also durchaus als zwiegespalten betrachten. Doch als Sprachkünstler, der mit der Wahl der richtigen Worte seinen Lebensunterhalt verdient, hat auch er die Erfahrung gemacht, dass manche Matches einfach im Keim ersticken, weil die Magie der Worte sich nicht zu entfalten vermag. Eine Lösung musste her:

Die Macht der Poesie

Auf der Suche nach der perfekten Pick-up-Line kam Joe Bagel auf das “name poem”. So einfach, so gut und scheinbar so erfolgreich. Hierbei wird der Name des Matches in seine Einzelheiten zerlegt und zu jedem Buchstaben wird ein mehr oder weniger zusammenhängendes (möglichst romantisches!) Wort gesucht.

Der gemeine Germanist sagt dazu übrigens Akrostichon. Eine Versform, bei der die Anfangsbuchstaben des Wortes oder des Verses aneinandergereiht (oder untereinander gelesen) ein Wort oder eben einen Namen ergeben. Hier mal zwei Beispiele aus Bagels Tinder-Forschung:

Tinder Anmache / ©Joe Bagel
Tinder Anmache / ©Joe Bagel
Tinder Anmache / ©Joe Bagel
Tinder Anmache / ©Joe Bagel

Die Fortgeschrittenen-Version besteht dann übrigens darin, die Tinder-Gedichte nicht nur mit dem Namen zu kreieren, sondern mit kurzen Komplimenten:

Tinder Anmache / ©Joe Bagel
Tinder Anmache / ©Joe Bagel

Das Ergebnis: Joe Bagel behauptet, auf seine Gedichte eigentlich IMMER eine Reaktion bekommen zu haben, die in vielen Fällen dann auch zu einem Gespräch und oft auch zu interessanten Treffen führte.

Unser Fazit: Unbedingt mal ausprobieren! Und wer nicht so der Typ der großen Worte ist, schnappt sich einfach einen Duden oder den Thesaurus und lässt sich hier inspirieren.

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