Tinder
Laura Dehmelt

Kein Erfolg bei Tinder? Daran könnte es liegen!

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To the left (right), to the left (right)” – Na, heute schon gewischt? Und damit meinen wir ganz sicher nicht den Hausflur, sondern die wohl beliebteste Dating-App Tinder. Unglaubliche 1,4 Milliarden Swipes verbucht Tinder nach eigenen Angaben pro Tag. Ziel der User: Möglichst ein Match erzielen, um in der Konsequenz vielleicht auch ein Date zu ergattern. Aber ob ein Match zustande kommt, entscheidet nicht primär die Attraktivität der sich suchenden User, sondern – tada – mal wieder der Unterschied zwischen Mann und Frau. Mars und Venus, ihr kennt das ja. Was genau dahinter steckt, erfahrt ihr hier.

Auf der Suche nach dem verlorenen Match

“It’s a match” – Wenn dieser Satz aufploppt, ist der erste Schritt in Richtung Kennenlernen gemacht. Doch was ist, wenn nach unzähligem Wischen einfach kein Match zustande kommt? Dann muss es nicht unbedingt an euch liegen, sondern mal wieder an den viel diskutierten, zitierten und erforschten Unterschieden zwischen Mann und Frau.

Das lässt zumindest das Forschungsergebnis des Londoner Dozenten Dr. Gareth Tyson vermuten. In der im Juli 2016 bekannt gemachten Studie “A First Look at User Activity on Tinder” untersuchte man das Verhalten von Frauen und Männern auf der Dating-App. Nach allem, was wir schon über Männlein und Weiblein wissen, ist es nicht überraschend, dass dabei herauskam, dass das (merkwürdige) Tinder-Verhalten geschlechtsreifer Großstädter (und Kleinstädter und Dörfler…) vom Geschlecht abhängig ist.

Lasset die Tinder-Spiele beginnen

Doch wie kam man zu dieser erhellenden Erkenntnis? Im Zuge der Studie wurden 14 Fake-Profile (jeweils sieben Männer und sieben Frauen) erstellt, die den durchschnittlichen Tinder-User charakterisierten. In New York und London wurde daraufhin anhand eines speziellen Programms im Radius von 150 Kilometern alles nach rechts gewischt, was man finden konnte. Und dann hieß es warten. Nicht auf Godot, sondern darauf, dass die echten User reagierten.

Schnell stellte sich heraus, dass die Männer dabei wohl den Kürzeren ziehen werden. Die männlichen Fake-Profile erzielten nämlich weniger als ein Prozent Matches und darunter befanden sich auch teilweise noch Männer. Da erging es den Frauen schon besser: Hier waren ganze 10,5 Prozent ein Match.

Und auch in Bezug auf die sich nun entspinnende Konversation waren die Frauen aktiver. Sie schrieben nicht nur drei Mal so häufig zurück, sondern gingen dabei auch deutlich kreativer an die Sache heran. Das zeigt sich an der Anzahl der Zeichen: Während diese bei Männern im Durchschnitt bei 12 lag, tobten sich Frauen mit ganzen 120 Zeichen aus. Ja, wir wissen, was ihr jetzt denkt!

Tinder-Erfolg: Schuld war nur die Evolution?

Und was lässt sich daraus schließen? Es ist ein Teufelskreis! Frauen, die schnell merken, dass da deutlich mehr Feedback kommt als sie überhaupt “verbrauchen” können, können es sich erlauben, von Anfang an auszuwählen. So haben sie am Ende nur den Hahn im Korb, der auch wirklich das Potential hat, ihren Vorstellungen zu entsprechen. Männer müssen hingegen auf Masse gehen, um unter all den wählerischen Frauen überhaupt mal einen Match zu erhalten.

Das schreit ja nahezu nach Evolution. Denn auch hier gelten Frauen in puncto Partnerwahl ja eher als die wählerische Natur. Schließlich gebären sie unter höchsten Anstrengungen den Nachwuchs. Deshalb sollte dieser auch nur vom Besten der Besten abstammen, sonst wären womöglich noch alle Kräfte umsonst gewesen. Männer sind in der Hinsicht pragmatischer: Viele Frauen bedeutet letzten Endes auch eine größere Chance, irgendwann einen Nachkommen zu produzieren. Und allein darauf kommt es schließlich an!

Was bedeutet das für euer Tinder-Profil?

Für die Männer heißt das also, sich möglichst im allerbesten Licht darzustellen. Das legt auch die Studie des Londoner Wissenschaftsteams nahe: “Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass schon ein wenig mehr Aufwand bei der Gestaltung der Männer-Profile dazu führen kann, weitaus mehr Aufmerksamkeit zu erzielen.” Oder vielleicht einfach mal genauso wählerisch sein, so dass die Frauen weniger Auswahl haben.

Und die Frauen? Ihr macht zwar auf den ersten Blick alles richtig (Evolution und so), aber manchmal lohnt es sich vielleicht auch, nicht ganz so wählerisch zu sein. Wer weiß schon, was sich hinter so einer (scheinbar) schlechten Tinder-Profil-Verpackung für ein Schatz verbirgt?!

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