Kaktus-Penis / ©iStock
Laura Dehmelt

Penisbilder zeigen (unfreiwillig) mehr als nur das beste Stück!

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Wir schreiben das Jahr 2019 und was vor gut 20 Jahren noch frivoler Telefonsex war, ist heute dank technischem Fortschritt das Versenden von Nacktbildern zu passenden erotischen Nachrichten. Und dagegen ist – beiderseitiges Einverständnis und Vertrauen vorausgesetzt – auch nichts einzuwenden. Anders sieht es hingegen aus, wenn Mann Bilder von sich und seinem besten Stück einfach so, ohne Vorwarnung verschickt. Nicht nur, dass seit einiger Zeit diskutiert wird, ob das nicht einvernehmliche Verschicken von Nacktbildern strafbar ist. Vielmehr kann diese Angewohnheit auch einiges über die Psyche des Absenders verraten. 

Schick mir dein Penisbild und ich verrate dir, wer du bist

So könnte man die Absicht der Studie aus dem Journal of Sex Research vielleicht kurz und knapp formulieren. Denn natürlich geht auch an der Wissenschaft das viel diskutierte Thema der Penisbilder oder Dick Pics nicht vorbei. Flora Oswald und ihre Kolleg*innen widmeten sich in ihrer Studie “I’ll show you mine so you’ll show me yours: Motivations and Personality Variables in Photographic Exhibitionism” allerdings explizit dem eingangs geschilderten Phänomen des uneinvernehmlichen Versenden von Penisbildern. 

Sie wollten nicht nur die Motivation, die dahinter steckt, ergründen, sondern auch die persönlichen und sexuellen Charaktereigenschaften der Absender erforschen. Dazu sollten 1087 Männer in einer Online-Umfrage Fragen beantworten, die Aufschluss gaben über Themen wie Narzissmus, Exhibitionismus und sexuelle Ansichten. Darunter auch spezielle Fragen in Bezug auf das unaufgeforderte Versenden von Penisbildern, die vor allem auch darauf abzielen sollten, herauszufinden, was Männer vom Empfänger erwarteten.

Männer, die Penisbilder verschicken sind…

… Exhibitionisten, Narzissten, sexuell sehr experimentierfreudig und sexistisch, so das nackte Fazit der Forscher. 48 Prozent der befragten (hetreosexuellen) Männer gaben dabei an, regelmäßig unaufgefordert Penisbilder an Frauen zu schicken. An erster Stelle stünde dabei natürlich die Hoffnung, ebenfalls ein Nacktbild zurückzubekommen. An zweiter Stelle jedoch schon der Wunsch nach einem Partner, der sich so vielleicht (schneller) erfüllen ließe.

Demzufolge stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Befragten eigentlich keine bösen Absichten mit dem Versenden von Penisbildern hegt. 82 Prozent gaben in diesem Zusammenhang an, dass sie ihr Gegenüber lediglich erregen wollen, 50 Prozent der Befragten hofften hingegen, dass die Frau auf der anderen Seite sich dadurch attraktiver fühlen würde.

Die Forscher zeigten sich sogar überrascht, dass die Motive dahinter nicht noch viel sexistischer und frauenfeindlicher waren, sondern in der Mehrheit darauf abzielten, gleiches zurückzubekommen. Streiten ließe sich darüber natürlich trotzdem, weshalb dieses Phänomen auch noch intensiver in Bezug auf sexuelle Belästigung untersucht werden müsse.

Trotzdem, wer Penisbilder unaufgefordert verschickt, läuft nicht nur Gefahr, sich der sexuellen Belästigung strafbar zu machen, sondern zudem auch noch als Narzisst, Sexist und Frauenfeind entlarvt zu werden. Also, Obacht! Und im Zweifelsfall vorher lieber fragen!

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