Bizarre Tonstudios / ©iStock
Laura Dehmelt

Bizarr! Hier nahmen Musiker ihre Alben auf!?

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Wenn man Musik macht und das Glück hat, so erfolgreich zu sein, dass man auch das eine oder andere Album aufnehmen darf, dann träumt man meistens von weltbekannten Studios wie den Abbey Road Studios in London oder den Capitol Studios in Los Angeles. Doch manche Musiker streben da nach Höherem bzw. er nach Bizarrem. Denn während man eine alte Fabrikhalle oder eine Yacht noch gerade eben mit Musik in Verbindung bringen kann, sieht das für ein Gefängnis oder gar ein Herren-Klo schon anders aus, oder?

Hier kommen Musiker und Bands, die in ihrer Geschichte ein Album an einem wirklich außergewöhnlichen Ort aufgenommen haben:

#1 Johnny Cash – At Folsom Prison (1968): Im Gefängnis

Fangen wir gleich einmal mit dem wohl bekanntesten Sonderling an: Die Musik-Legende Johnny Cash zieht es am 13. Januar 1968 in die Haftanstalt Folsom Prison im US-Bundesstaat Kalifornien. Mehr als 10 Jahre zuvor hatte er dieses mit “Folsom Prison Blues” eindrucksvoll besungen. So überzeugend, dass viele sogar glaubten, er habe dort selbst eingesessen. Der Auftritt im damals härtesten Gefängnis sollte in die Musikgeschichte eingehen und hielt sich drei Wochen auf Platz 1 der US-Country-Charts.

#2 Paul McCartney & Wings – London Town (1978): Auf einer Yacht

Nach der Trennung der Beatles versuchte jeder Beatle auf seine eigene Art und Weise weiter Musik zu machen. Paul McCartney wandelte dabei nicht nur Solowegen, sondern gründete unter anderem mit seiner Frau Linda 1971 die Wings, die 10 Jahre das Musikgeschehen mitbestimmten. Im Jahr 1977 befand sich die Band inmitten der Aufnahmen zu “London Town”, als Jimmy McCulloch und Joe English die Gruppe plötzlich verließen. Also charterte McCartney für sich, seine Frau Linda und den verbliebenen Denny Lane eine Yacht in St. John’s auf den Virgin Islands. In einem behelfsmäßig eingerichteten Studio nahmen sie dort große Teile des Albums auf, während sie durch die Abgeschiedenheit der Watermelon Bay schipperten.

#3 Radiohead – OK Computer (1997): Ein mittelalterliches Herrenhaus

St. Catherine’s Court, im englischen Bath gelegen, ist nicht nur irgendein mittelalterliches Herrenhaus, sondern gehörte von 1984 bis 2007 keiner Geringeren als Jane Seymour aka Dr. Quinn. Die wiederum vermietete die Räumlichkeiten immer wieder an Musiker, die hier ihre Songs aufnahmen. Dazu gehörten zum Beispiel auch Robbie Williams oder New Order. 1996 zog es nun Radiohead in die mittelalterlichen Gemäuer und noch Jahre später erzählten sie in Interviews von der gespenstischen Atmosphäre und den allen bekannten Hausgeistern.

#4 The Modern Lovers Rock’n’Roll with the Modern Lovers (1977): Im Herren-Klo

Lange wurde gemunkelt, ob besagtes Album nun im Damen- oder Herren-Klo der CBS Studios in San Francisco aufgenommen wurde. Bis schließlich Gitarrist Leroy Ratcliffe für Aufklärung sorgte und berichtete, dass die Band vom Sound im Tonstudio so genervt war, dass man sich entschloss, das Studio ins Herren-Klo zu verlegen. Doch auch hier war Sänger Jonathan Richman nicht glücklicher, also zog man um ins Damen-Klo. Als auch dort der Sound ihn nicht zufrieden stellte, ging es zurück ins Herren-Klo und ist fest davon überzeugt, dass die Urinale für einen einzigartigen Sound sorgten.

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