Ben Pötke

Flashpacking ist das neue Backpacking! Der neue Reisetrend

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Es ist der Traum vieler Menschen: Einfach das Nötigste in einen Rucksack gepackt und los geht die Weltreise. Während auf der einen Seite Abenteuer, nette Menschen aus aller Welt und Freiheit stehen, sind unbequeme Isomatten im Zelt, schnarchende Zimmergenossen im Mehrbettzimmer oder stundenlange Fahrten in klapprigen Bussen die Kehrseite der Medaille. Beim neuen Trend Flashpacking werden all diese unkomfortablen Nebeneffekte des Reisens bewusst gemieden und es kehrt ein wenig Luxus ein in den Rucksackurlaub. Wie das aussieht, erfahrt ihr hier.

Die Ursprünge

Jeder hat in seinem Bekanntenkreis mindestens einen Freund, der nach dem Abitur oder dem Studium für eine längere Zeit ins Ausland gegangen ist, um die Welt und sich selbst zu entdecken. Meist werden diese Reisen mit einem so genannten „Work & Travel“-Visum angetreten, mit dem neben dem Reisen an verschiedenen Stellen unkompliziert gearbeitet werden kann. Die Idee dahinter: An einem Ort bleiben, etwas Geld für die nächste Reise verdienen und weiter ziehen.

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Bis in die 70er Jahre waren Flüge jedoch recht teuer und nur den besser Verdienenden vorbehalten. Wollte man also etwas von der Welt sehen, hieß es Rucksack aufsetzen, ab an die nächste Straße und den Daumen zum Trampen raushalten. So war der „Hippie Trail“ von London bis nach Südostasien und Indien eine beliebte Reiseroute des alternativen Tourismus. Mittlerweile ist der Wettbewerb unter den Airlines so groß, dass man mitunter für recht wenig Geld bis ans andere Ende der Welt kommt. Und so wurde die Idee des Rucksackreisens bereits schon einmal durch günstige Flüge revolutioniert.

Nun haben aber besonders Rucksackreisende jenseits der 20 durch ihre gesteigerte Lebenserfahrung einen gehobenen Anspruch. Wenn man schon einige Arbeitsjahre auf dem Buckel und sich damit an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt hat, möchte man darauf auch nicht auf der Rucksacktour um die Welt verzichten. Wenn ihr auf euren Backpacking-Trips also eher darauf achtet, ein Einzelzimmer zu haben und lieber schnell anstatt günstig reist, seid ihr mit ziemlicher Sicherheit ein Flashpacker.

Die Merkmale

Die Grundidee des selbstbestimmten Reisens ist die große Gemeinsamkeit des Back- und Flashpackings. Der Kontakt zu Einheimischen abseits des Massentourismus wird bei beiden Reisearten großgeschrieben. Es gilt der Grundsatz: Der Weg ist das Ziel.

Während Backpacker jedoch eher darauf achten, günstig von A nach B zu kommen, haben Flashpacker ein größeres Budget zur Verfügung und sparen eher am Zeitfaktor. Sie nehmen lieber den Nonstop-Flug für ein paar Euro mehr anstatt zu sparen und sich dafür bei zwei Zwischenstopps die Nächte in der Flughafenhalle um die Ohren zu schlagen.

Flashpacker leisten sich darüber hinaus auch mal eine ausgefallene Unterkunft, ein gehobenes Essen oder geben Geld für eine einzigartige Lebenserfahrung aus. Darüber hinaus sind sie in der Regel technisch bestens ausgestattet, um so auch von unterwegs arbeiten zu können. Zum Standard gehören MacBook und iPhone, eine Action-Cam sowie jegliche Kabel und Adapter, um die Geräte überall mit Strom versorgen zu können.

Durch diese Unabhängigkeit vom Arbeitsplatz reisen Flashpacker allgemein mit einem größeren Budget, da viele von ihnen auch von unterwegs aus ihrem normalen Job nachgehen können. Sie sind also nicht darauf angewiesen, wochenlang in der Hitze auf dem Feld Erntehilfe zu leisten, nur um im Gegenzug dafür ein klappriges Bett auf der Farm zu bekommen.

Die größten Unterschiede beider Arten zu Reisen haben wir euch hier einmal gegenübergestellt:

Backpacker
Alter: 20-30
Ausstattung: spartanisch
Budget: klein
Reisen: preisbewusst
Unterkünfte: preisbewusst

Flashpacker
Alter: 30+
Ausstattung: technisch hochwertig
Budget: groß
Reisen: schnell und komfortabel
Unterkünfte: gehobener Anspruch

Flashpacking-Hostels

Australien ist eines der beliebtesten Reiseziele bei Rucksacktouristen. Kein Wunder, dass es hier auch spezielle Flashpacking-Hostels gibt, in denen ihr gut und günstig absteigen könnt. Das Noosa Flashpackers in Sunshine Beach, Queensland an der australischen Ostküste ist beispielsweise ein solches Hostel. Es hat sich spezialisiert auf den gehobenen Anspruch seiner Gäste und ist dabei dennoch vergleichsweise günstig. So gibt es aktuell für 34,- Euro pro Person ein Doppelzimmer mit eigenem Bad, Flachbild-TV, Shuttle-Service und Frühstück. Darüber hinaus warten ein palmenumrandeter Pool, Klimaanlage, schnelles WLAN oder ein riesiger Lounge-Bereich mit diversen Filmen auf alle Gäste. Einen solchen Komfort sucht man in vielen Hotels vergeblich.

Das Travellers House in Lissabon kann ebenfalls zu dieser Kategorie hinzugezogen werden. Für unter 30 Euro gibt es einen Schlafplatz im 3-Bett-Zimmer. Für etwas mehr Geld bietet das Hostel seinen Gästen weitaus mehr Komfort in einladenden Suites. Besonders Paare kommen in den fast luxuriös ausgestatteten Doppelzimmern voll auf ihre Kosten.

Und was bin ich nun?

Ob nun Backpacker oder Flashpacker: Im Geiste sind alle Rucksackreisenden gleich. Sie wollen möglichst viel von der Welt sehen und schrauben dabei auch ihre eigenen Ansprüche etwas herrunter und verzichten auf den von zu Hause gewohnten Luxus. Der Unterschied liegt dabei eben in dem Maße des Verzichts.

Wenn ihr also vor Kurzem Abi gemacht habt, morgens eure Tasche packt und einfach los fahrt, seid ihr mit ziemlicher Sicherheit der klassische Backpacker. Wenn ihr bereits über 30 seid, schon einiges an Arbeitserfahrung habt und euer Gepäck eher aus technischen Begleitern besteht, passt der Begriff Flashpacker wohl eher zu euch. Doch egal, zu welcher Kategorie ihr gehört: Wichtig ist, dass ihr euch wohl und sicher auf euren Reisen fühlt.

Falls euch nun das Reisefieber gepackt hat, schaut doch mal in dieses Video rein und lasst euch von den Locations inspirieren.

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