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Ben Pötke

Horror! Die schlimmsten Airbnb-Erfahrungen

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Ins Reisebüro gehen, um Urlaub zu buchen, ist out. Heutzutage nutzen die meisten Menschen das Internet, um die perfekte Unterkunft zu finden. Ein seit Jahren immer weiter wachsender Trend ist das private Vermieten der eigenen Wohnung über Internetportale wie Airbnb.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Jemand stellt seinen Wohnraum über einen gewissen Zeitraum zu einem selbst festgelegten Preis zur Verfügung. Potentielle Mieter sehen das Angebot auf der Internetplattform und können direkt buchen. Die Plattform kassiert sowohl vom Vermieter als auch vom Mieter eine Provision. Doch nicht immer läuft alles so reibungslos wie in der Theorie. Seriös wirkende Mieter stellen sich im Nachhinein als feierwütiges Partyvolk heraus. Vermieter kommen alkoholisiert und unangekündigt in die Wohnung. Wir haben hier für euch einmal drei der schlimmsten Airbnb-Erfahrungen gefunden.

Das XXX Freak Fest in New York

Eine der bekanntesten Airbnb-Horrorgeschichten trug sich im März 2014 im US-amerikanischen New York City zu. Der Comedian Ari Teman vermietete sein Apartment in Manhatten an einen gewissen David, der angab, während einer Hochzeit eine Bleibe für sich und seine Familie zu suchen. Während Teman seine Sachen packte und den Koffer am Empfang stehen ließ, um vor der Abreise noch etwas zu essen, machte David auf Twitter Werbung für eine Party mit dem Namen XXX Freak Fest. Glücklicherweise ging Terman nochmals in seine Wohnung, nachdem er David in der Lobby mit anderen Personen hat streiten hören. Dort fand er mehrere Tüten voller Schnaps und Kondome. Mehrere Möbelstücke waren umgestoßen. Er rief die Polizei und reichte eine Beschwerde bei Airbnb ein.

Das Portal entschädigte den Comedian mit 23.817 Dollar, was jedoch nicht mehr als ein schwacher Trost ist. Mittlerweile ist Terman nach eigenen Angaben obdachlos, da sein Name in New York bei Immobilienmaklern auf der schwarzen Liste steht. Ihm möchte einfach niemand mehr eine Wohnung vermieten, da jeder die Geschichte aus dem März 2014 kennt, als ein Wohnungsangebot bei Airbnb sein Leben grundlegend veränderte.

Ihr bekommt uns hier nicht weg

Im kalifornischen Palm Springs kam es im Sommer 2014 zu einer kuriosen Geschichte. Cory Tschogl vermietete ihre Wohnung an die Brüder Maksym und Denys Pashanin. Ursprünglich wollten die beiden 44 Tage bleiben. Sie bezahlten jedoch nur für 30 Tage. Tschogl wurde misstrauisch und kontaktierte das Brüderpaar. Diese weigerten sich, sowohl die Miete für die restlichen Tage zu bezahlen, als auch die Wohnung zu verlassen. Als die Vermieterin damit drohte, den Strom abstellen zu lassen, drohte Pashanin wiederum damit, sie zu verklagen.

Möglich wurde diese absurde Situation durch eine Grauzone im kalifornischen Mietrecht. Mietet eine Person eine Wohnung 30 Tage oder länger, kann sie als Mieter angesehen werden. Der eigentliche Vermieter, in diesem Fall Tschogl, muss durch einen langwierigen Räumungsprozess gehen, der darüber hinaus mehrere tausend Dollar kosten kann. Nachdem Tschogl die Presse eingeschaltet hatte, ging die Räumung der Wohnung doch schneller als erwartet und sie konnte selbst wieder einziehen.

Es wurde bekannt, dass die Pashanin-Brüder darüber hinaus kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Internetbetrug sind. Bei einer kickstarter-Kampagne sammelten sie 40.000 Dollar für die Entwicklung eines Videospiels und ließen die Investoren betrogen und ohne Gegenleistung zurück. Auch in weiteren Apartments, gebucht über andere Plattformen, nutzten sie die gleiche Masche wie bei Cory Tschogl. Mittlerweile hat Airbnb sie lebenslang gesperrt.

Wenn der Vermieter zum flotten Dreier kommt

In den meisten Fällen gehen die schlimmen Airbnb-Erfahrungen von skrupellosen Mietern aus. Der Amerikaner Joseph Velardo und seine Freundin Robyn Finker hatten jedoch mit ihrem aufdringlichen Vermieter zu kämpfen. Sie buchten über das Wochenende ein nettes Häuschen in den Hamptons, östlich von New York City für ca. 900 Dollar. Finker hatte selbst schon häufig ihre Wohnung über Airbnb vermietet, sodass sie keine Angst hatte, dass etwas schief gehen könnte. Nachdem das Paar die Schlüssel vom Vermieter Tom bekam, nahm es das Haus in Augenschein. Alles schien wie beschrieben und die beiden machten sich einen netten Abend.

Um etwa 2:45 Uhr in der Nacht bekam Finker eine komische Nachricht von Tom. Sie dachte, dass er den Text aus Versehen an eine falsche Nummer geschickt hatte und ging wieder schlafen. Etwa eine Dreiviertelstunde später hörten die beiden Geräusche im unteren Stockwerk. Tom schloss die Tür auf und war sichtlich betrunken und/oder unter Drogeneinfluss. Velardo stellte ihn zur Rede, während Finker oben wartete. Tom machte zweideutige Angebote und Velardo versuchte, ihn zum Gehen zu bewegen. Nachdem Tom endlich gegangen war, verließ das Paar die Wohnung und versuchte, den Kundenservice von Airbnb zu erreichen. Nachdem 45 Minuten niemand ans Telefon ging, fuhren sie zurück nach Manhatten und übernachteten für 350 Dollar in einem Hotel.

Im Anschluss erstattete das Portal dem Paar alle entstandenen Kosten, sperrte den Vermieter Tom auf Lebenszeit und spendierte Finker einen 500 Dollar-Gutschein für weitere Übernachtungen mit Airbnb. Die beiden sind sich aber sicher, dass sie in Zukunft auf Buchungen über das Internetportal verzichten werden.

Keine Angst trotz Horrorgeschichten

Sicherlich stehen diese drei Horrorgeschichten vielen Millionen konfliktfreien Buchungen über die Plattform Airbnb gegenüber. Dennoch sollte man stets darauf gefasst sein, dass eventuell etwas schief gehen könnte. Im Falle von Problemen hat sich der Kundenservice von Airbnb häufig als nicht erreichbar herausgestellt und das, obwohl das Portal beispielsweise Auslagen nur erstattet, wenn das Problem innerhalb von 24 Stunden gemeldet wird.

Auch wenn positive Bewertungen ein guter Indikator für ein reibungsloses Urlaubserlebnis sind, sollte stets ein gesundes Misstrauen aufrecht erhalten werden, um am Ende nicht auf den Kosten sitzen bleiben zu müssen. Dann klappt es auch mit dem Traumurlaub.

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