Laura Dehmelt

Taschenuhren: Let’s call it a Comeback!

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Es wird Zeit, die hochmoderne Smartwatch einzustauben und Uropas Nachttisch zu plündern, denn Männer mit Stil tragen bitte ab sofort Taschenuhren. Doch es muss nicht zwangsläufig das gute Familien-Erbstück sein. Hersteller wie Tissot oder Longines zeigen, dass Taschenuhren auch im Jahr 2018 noch neu erfunden werden können.

Es ist nichts Neues, dass wir in puncto Fashion immer wieder gerne in die Vergangenheit blicken. Deswegen ist es auch nicht überraschend, dass die gute alte Taschenuhr heute wieder zu den begehrtesten Männer-Accessoires gehört.

Taschenuhren-ABC

Antiquitäten: Wer ganz und gar in der Vergangenheit aufgehen will, kauft seine Taschenuhr am besten in einem guten Antiquitätengeschäft. Hier kann man nämlich wahre und individuelle Schätze finden. Dadurch, dass die Uhren noch ein mechanisches Uhrwerk besitzen, müssen die alten Stücke nur noch aufgezogen werden.

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Größe: Eine Taschenuhr hat in der Regel einen Durchmesser von 35 bis 55 Millimetern.

Hersteller: Neue Taschenuhren finden sich in den verschiedensten Ausführungen zum Beispiel bei Longines, Emporio Armani, Swatch, Tissot, Regent, Eichmüller, Kronen & Söhne.

Hybrid: Oftmals gibt es auch so genannte Hybridmodelle, die sowohl als Taschenuhr als auch als Armbanduhr getragen werden können. Praktisch, da man hier natürlich je nach Stimmung kombinieren kann. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Durchmesser des Gehäuses nicht allzu groß ist, sodass die Uhr am Arm nicht zu sehr stört.

Ein Hybrid ist auch die POPmovig von SWATCH. In verschiedenen Farben kann man sie als Armband- (ca. 65 Euro) oder als Taschenuhr (Kette ca. 75 Euro) tragen.

Kostenpunkt: Wie bei jedem Schmuckstück oder anderen Uhren gibt es auch die Taschenuhren in allen Preisklassen mit mehr oder weniger großem Sammlerwert. Ab etwa 100 Euro kann man bei diesem Trend jedenfalls schon dabei sein. Die wohl teuerste Taschenuhr wurde hingegen im Jahr 2014 versteigert. Die Henry Graves Supercompilation aus den 1930er Jahren brachte nämlich sage und schreibe 19,2 Millionen Euro ein.

Lépine: Hierbei handelt es sich um ein typisches Taschenuhr-Modell. Bei der Lépine befindet sich die Krone zum Aufziehen und Einstellen der Uhrzeit auf Höhe der 12.

Die Tissot Bridgeport Lepine Mechanical ist eine wahre Gentleman-Uhr und besteht aus einem Edelstahlgehäuse mit roségoldfarbener oder grauer PVD-Beschichtung (Kostenpunkt: ab 650 Euro)

Savonette: Auch bei der Savonette handelt es sich um ein Taschenuhr-Modell. Hier befindet sich die Krone allerdings auf Höhe der 3. Außerdem besitzt diese Taschenuhr meistens noch einen Deckel, der auf Knopfdruck aufspringt.

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Uhrenkette: Taschenuhren müssen nicht zwangsläufig an einer Kette getragen werden. Sie können ebenso auch an einer speziellen Taschenuhren-Brosche befestigt werden. Ganz ohne Kette kann man die Taschenuhr zwar auch in der Tasche tragen. Allerdings ist hier die Gefahr, dass einem die Uhr beim Herausholen aus der Hand auf den Boden rutscht schon sehr hoch. Deswegen macht eine Befestigung mit einer Kette durchaus Sinn.

Taschenuhr-Styling

Wer denkt, dass Taschenuhren nur zu feinem Zwirn passen, der täuscht sich. Natürlich macht die Taschenuhr hier immer noch die beste Figur, aber man kann sie auch ebenso zu einer derben Jeans, T-Shirt und vielleicht auch noch einer Weste tragen. Gerade im Kontrast zu einem alltäglichen oder gar sportlichen Look macht die Taschenuhr mitunter erst richtig was her.

Apropos Weste: Die Taschenuhr muss nicht unbedingt in der Hosentasche getragen und an der Gürtelschlaufe befestigt werden, sondern sieht auch in der Westentasche mit einem speziellen Federring für die Befestigung am Knopf stylisch aus.

Fun Fact: Taschenuhr meets Levi’s

Was Levi’s mit Taschenuhren zu tun hat? Sehr viel sogar! Denn wer sich schon immer gefragt hat, was es mit der kleinen fünften Tasche an der rechten Vorderseite auf sich hat, dem sei gesagt: Diese diente ursprünglich als Schutz für die Taschenuhren. Früher, als die Cowboys noch in ihrer Blue Jeans durch die Wüste geritten sind. Und deshalb gibt es die Mini-Tasche bereits seit 1873 und wurde seither auch von anderen Jeans-Herstellern übernommen. Abschaffen? Kommt gar nicht in Frage, wie es auf der Levi’s-Homepage heißt:

Die Extra-Tasche hat offenbar viele Funktionen zugeschrieben bekommen, was sich in ihren vielfältigen Titeln erkennen lässt: Vordertasche, Kondomtasche, Pfennigtasche und Tickettasche, um nur einige zu nennen. Sie ist nicht nur total praktisch, um kleine Dinge zu verstauen, Jeans-Liebhaber lieben sie auch wegen der Erinnerungen, die sie in unsere heutige Zeit transportiert.

Und darum geht es auch beim Tragen einer Taschenuhr: Dem Gefühl von Tradition und Beständigkeit in einer vollkommen technisierten und hektischen Welt Ausdruck zu verleihen.

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