Ben Pötke

Der Weg zur optimalen Regenjacke

alles abspielen besuchen

Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung!“ Wer also auch bei starkem Regen draußen nichts verpassen will, der sollte sich eine Regenjacke zulegen. Worauf ihr beim Kauf einer Regenjacke achten solltet, was eigentlich der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht ist und was ihr bei der Pflege beachten solltet, um möglichst lange Freude an der Jacke zu haben, das erfahrt ihr hier.

Wozu wird die Regenjacke benötigt?

Bevor ihr einfach in den Laden geht und euch die erstbeste Regenjacke aussucht, solltet ihr euch bewusst machen, wofür ihr sie eigentlich später verwenden möchtet. Neben den unzähligen Designs gibt es vor allem große Unterschiede im Material und in der Verarbeitung. Dies schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Ein klassischer Friesennerz ist sicher kein modisches Highlight, hält Regen aber dafür zuverlässig ab. Auf der anderen Seite ist eine noch so schöne Regenjacke wenig wert, wenn sie bei den ersten Tropfen schon Regenwasser durchlässt.

Wasserdicht oder wasserabweisend?

Diese beiden Begriffe werden häufig synonym verwendet, obwohl sie klar voneinander abzugrenzen sind. Eine Jacke gilt als wasserabweisend, wenn sie bei einem kurzen Schauer den Großteil des Regens abhält. Bei ordentlichen Regengüssen oder lang anhaltendem Niederschlag hingegen versagen wasserabweisende Regenjacken recht schnell. Wollt ihr aber auch bei dauerhaftem Regen trocken bleiben, müsst ihr zur wasserdichten Jacke greifen. Doch auch hier gibt es Abstufungen, wobei die Wassersäule entscheidend ist.

Beim Wassersäule-Prüfverfahren wird getestet, wie viel Wasser auf ein Material gegeben werden kann, bis es durchlässig wird. Dazu wird unter einem Messrohr ein Stück Stoff mit den Maßen 10×10 Zentimetern gespannt. Im Anschluss wird das Röhrchen mit Wasser gefüllt. Ab einer bestimmten Menge bzw. Wasserhöhe, gemessen in Millimetern, kann das Material dem Druck nicht mehr standhalten.

Stufen der Wasserdichte

Wie nahezu alles sind auch die verschiedenen Stufen der Wasserdichte in Europa geregelt. Die Norm DIN EN 343 für Schutzkleidung gegen Regen gibt daher an, dass ein Material unter 800 Millimeter Wassersäule wasserdicht nach Klasse 1 ist, wobei dies die geringste Güteklasse darstellt. Hält ein Material einer Wassersäule von 800 bis 1300 Millimetern stand, erhält es das Prüfsigel wasserdicht Klasse 2.

Alle Materialien darüber sind wasserdicht nach Klasse 3. In Deutschland werden Materialen jedoch erst am 1500 Millimeter Wassersäule als wasserdicht bezeichnet. Unsere Nachbarn in der Schweiz gehen sogar noch weiter und verlangen eine Wassersäule von 4000 Millimetern, was immerhin ganzen vier Metern entspricht.

Einige Materialien bestehen sogar selbst die strengsten Prüfkriterien und halten zum Teil sogar bis zu einer Wassersäule von 30.000 Millimetern dicht. Gore-Tex, Texapore oder Sympatex sind nur einige der Stoffe, die speziell entwickelt wurden, um zum einen wasserdicht zu sein, zum anderen aber auch atmungsaktiv, denn die beste wasserdichte Jacke bringt nichts, wenn man darin schwitzt. Die Eco-Shell Jacke von Fjällräven beispielsweise entspricht den extremen Anforderungen.

Außerdem wichtig beim Regenjacken-Kauf

Neben der Wasserdichte ist auch die angesprochene Atmungsaktivität ein Qualitätsmerkmal einer guten Regenjacke. Gemessen wird sie mit Hilfe des Wasserdampfdurchgangswiderstandes (Resistance to Evaporating Heat Transfer, kurz RET).

Je niedriger der Wert ist, desto geringer ist der Widerstand des Materials, es ist also atmungsaktiver. Hat eine Regenjacke ein RET-Wert von 1 bis 19, so entspricht dies der besten Klasse 3. Ein Wert über 20 ordnet das Material in die zweite Klasse ein. Steigt der Wert sogar auf 150, kann nur noch Klasse 1 vergeben werden.

Doch nicht nur aufs Material sollte geachtet werden. Auch die Verarbeitung ist ein weiteres, wichtiges Qualitätsmerkmal einer guten Regenjacke. Nähte und Reißverschlüsse bieten Angriffsfläche und können mitunter Feuchtigkeit durchlassen. Daher sollten die Nähte mit einem speziellen Tape geklebt sein, um auch hier wasserdicht zu sein. Die Reißverschlüsse sind im besten Fall verdeckt eingearbeitet oder speziell versiegelt.

Auf die Details kommt es an

Nachdem ihr also einen Blick auf Obermaterial, Nähte und Reißverschlüsse geworfen habt, solltet ihr euch die weiteren Details der Regenjacke genauer anschauen. Das Füllmaterial sollte aufgesogene Flüssigkeit schnell wieder abgeben, da die Jacke ansonsten schwer und unangenehm zu tragen wird. Darüber hinaus kann es passieren, dass die Wärmeisolation beeinträchtigt wird, wenn die Jacke klamm bleibt und ihr fangt an, schneller zu frieren.

Bei kälteren Temperaturen sorgen beispielsweise Daunen für ein geregeltes Klimamanagement. Auch eine extra eingearbeitete Innenjacke wie beim 3-in-1 Parka von Patagonia kann euch zusätzlich warm halten, ohne dass ihr unnötig schwitzt.

Die Bündchen sollten zudem eng anliegen und bestenfalls verstellbar sein. Auch hier sollte auf vermeintlich bequeme Materialien wie Baumwolle verzichtet werden, da die Feuchtigkeit hochkriechen kann und euch so von innen nass werden lässt.

Der richtige Schnitt für jede Funktion

Wie bereits angesprochen, solltet ihr wissen, wann ihr die Regenjacke anziehen wollt. Soll sie beispielsweise beim Fahrradfahren sicher vor Regen schützen, sollte sie auch im Sitzen über den Po gehen, denn ansonsten läuft das Wasser nicht sicher ab sondern landet in der Hose. Die Kapuze sollte dann aber auch noch über den Kopf passen, wenn beim Radfahren ein Helm getragen wird. Ein hoher Kragen schützt vor Fahrtwind und wärmt darüber hinaus die empfindlichen Halspartien.

Bei bewegungsintensiven Aktivitäten wie Klettern ist vor allem ausreichende Bewegungsfreiheit wichtig.

Auch im Beruf kann eine Regenjacke sowohl nützlich als auch elegant sein. Seid ihr beispielsweise häufig draußen unterwegs und habt viel mit anspruchsvollen Kunden zu tun, bietet sich beispielsweise der Monitor Coat von Arc‘teryx Veilance an, der Funktion mit Design verbindet.

Ein Beitrag geteilt von C. Lee (@chr1slee) am

Die perfekte Pflege

Eine Regenjacke ist ein kleines Hightechprodukt und sollte auch entsprechend behandelt werden. Regelmäßiges Imprägnieren hilft dabei, Wasser abzuhalten und lässt die Feuchtigkeit gar nicht erst ins Material eindringen. Gewachste Baumwolle sollte deshalb auch regelmäßig nachgewachst werden.

Doch Vorsicht: In der Waschmaschine können sich die Imprägniermittel leicht wieder auswaschen. Es wird daher empfohlen, die Regenjacke, je nach Gebrauch, so selten wie möglich zu waschen. Schweiß und Schmutz können jedoch die Membranen sowie die Beschichtung verkleben und beschädigen, sodass eine Reinigung unumgänglich ist.

cool good eh love2 cute confused notgood numb disgusting fail