Mann mit Glatze / ©iStock
Laura Dehmelt

Glatze adé: Kann ein Basecap die Haare wieder wachsen lassen?

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Es ist der Albtraum vieler Männer: Nach und nach wird die volle Haarpracht immer lichter und die Glatze scheint unabwendbar. Während manche versuchen, durch die trickreiche Platzierung der restlichen Haare die Glatze zu verstecken, greifen andere lieber gleich zur Haarschneidemaschine und machen kurzen Prozess. Wieder andere ziehen hingegen sogar eine Haartransplantation in Betracht. Doch vielleicht reicht es in Zukunft  auch einfach, ein spezielles Basecap zu tragen.

Mit Strom gegen Glatzenbildung

Die bisher handelsüblichen Mittel oder Methoden, die Glatzenbildung zu stoppen oder gar rückgängig zu machen, sind entweder mit weiteren gesundheitlichen Risiken verbunden oder extrem teuer. Deshalb sucht die Forschung schon seit längerer Zeit nach alternativen Methoden. Bisher hat sich dabei die Therapie mit elektrischen Impulsen bewährt, allerdings müsste man sich dafür mehrere Stunden am Tag komplett verkabelt an eine Maschine setzen – ziemlich unpraktisch.

Also entwickelten Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison spezielle drahtlose und hauchdünne Pflaster, die in Zukunft diesen Job übernehmen könnten. Diese 1-Millimeter-Pflaster lassen sich an die Kopfhaut bringen und beziehen ihre Energie dabei aus den verschiedensten Bewegungen des Körpers bzw. des Kopfes.

In ersten Versuchen hat man diese Pflaster auf die rasierten Rücken von Ratten gebracht. Im Vergleich zu Ratten, die mit anderen Mitteln fürs Haarwachstum behandelt wurden, wuchs ihr Fell deutlich schneller nach.

Doch wie sieht das aus, wenn das Haar aus genetischen Gründe nicht (mehr) wächst? Zu diesem Zweck wurden Ratten mit einem genetischen Defekt in Bezug auf ihr Haarwachstum getestet. Auch hier wuchs das Fell nach ca. neun Wochen um zwei Millimeter und deutlich dichter als bei den Ratten, die wieder mit anderen Mitteln behandelt wurden.

Im nächsten Schritt testete Xudong Wang, der dieses Projekt leitet, die Pflaster an seinem Vater, der in den letzten Jahren immer mehr Haare verlor. Auch hier kamen bereits nach einem Monat viele neue Haare zurück.

Das Basecap gegen die Glatze

Nun war es an der Zeit zu überlegen, wie man die Pflaster möglichst praktikabel im Alltag tragen kann, ohne dass es gleich jedem auffällt. Da kam das Team um Xudong Wang auf die Idee, diese in ein Basecap einzubauen, so dass der ganze Kopf in die Pflaster gehüllt werden kann. Momentan wartet das Team noch auf die Freigabe, um dieses Basecap einer klinischen Studie an Männern mit Glatze zu unterziehen.

Doch Wang ist im Hinblick auf die bisherigen Tests zuversichtlich, dass das Basecap ein Durchbruch im Kampf gegen die Glatzenbildung sein könnte. In diesem Zusammenhang gibt Wang auch gleich Entwarnung: Besonders schmerzhaft ist diese Behandlung nicht, weil es nur ganz leichte Impulse sind, die durch die Pflaster abgegeben werden. Allerdings kann das Basecap seine volle Wirkung nur am Tag entfalten, da die Bewegung im Schlaf nicht ausreicht, um die Pflaster zu aktivieren. Normale Bewegung während eines regulären Tagesablaufs ist hingegen vollkommen ausreichend, um die Pflaster im Basecap mit Strom zu versorgen.

Je schneller, desto besser

Ein weiterer Faktor ist auch bei dem Haarwuchs-Basecap die Zeit, da die Fähigkeit der Haut neue Haarfollikel zu bilden, mit den Jahren immer mehr abnimmt. Heißt: Schon bei den ersten sichtbaren Anzeichen oder zumindest kurz nachdem man eine Glatze bekommen hat, sollten Männer sich dieser Therapie unterziehen. Allerdings steht es noch in den Sternen, wann und ob das Basecap gegen die Glatze wirklich auf den Markt kommt.

Wer sich die komplette Testreihe und das Urteil der Forscher genauer ansehen will, kann das übrigens hier tun.

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