Ben Pötke

Nach Whisky und Gin: Warum Rum der nächste Hype sein wird

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Nach einer, wieder einmal, viel zu langen, dunklen Zeit traut sich der Frühling so langsam raus und die ersten Sonnenstrahlen wärmen die Luft. Man bekommt ganz automatisch Lust auf entspannte Grillabende und einen kühlen, sommerlichen Drink. Nachdem die letzten Jahre vor allem davon geprägt waren, dass fast täglich ein neuer Gin auf den Markt geworfen wurde, gehen Experten davon aus, dass die Zukunft dem Rum gehört. Wir stellen euch den kommenden Trend schon heute vor, geben einen kleinen Einblick in die Geschichte des Zuckerrohrschnapses und zeigen euch, welche verschiedenen Sorten und Rezepte es gibt.

Geschichte

Rum entstand im 17. Jahrhundert in der Karibikregion. Wo genau als erstes Rum hergestellt wurde, ist nicht überliefert, am häufigsten wird jedoch die ehemalige britische Kolonie Barbados als Ursprungsregion benannt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Getränk um 1650 als „rumbullion“, was im Englischen so viel bedeutet wie „großer Tumult“. Im 17 Jahrhundert lebten die Bauern in der Karibik gut vom Zuckerrohranbau, Bridgetown, die Hauptstadt von Barbados, war wohlhabender und größer als Manhattan. Bei der Zuckerherstellung fiel Melasse als Nebenprodukt an, die zu Beginn nicht verwendet und häufig weggeschmissen wurde, ehe die Bauern auf die Idee kamen, daraus Schnaps herzustellen. Dies führte dazu, dass immer mehr Brennereien in den Überseegebieten gebaut wurden. Aus dem Abfallprodukt Melasse wurde das begehrte Gut Rum, der nahezu die kompletten Kosten des Zuckerrohranbaus deckte. Die restlichen Erlöse aus dem Zuckerverkauf stellten für die Bauern somit nahezu komplett Reingewinn dar und ließen die Regionen aufblühen.

Bezeichnungen

Bis zur heutige Zeit hat sich der Rum stetig weiterentwickelt, und verschiedene Bezeichnungen haben sich etabliert. So gibt es beispielsweise den „Original Rum“, der direkt importiert und unverändert verkauft wird und bis zu 74 Prozent Alkohol enthalten kann. „Echter Rum“ wird aus Originalem Rum hergestellt und auf Trinkstärke (min. 37,5 Volumenprozent Alkohol) heruntergesetzt. „Overproof Rum“ hat einen Alkoholgehalt von über 57,15 Prozent und wir hauptsächlich zum Mixen von Cocktails verwendet. „Rum-Verschnitt“ hingegen ist eine Mischung aus Rum und einem anderen neutralen Alkohol, der aus anderen Rohstoffen hergestellt wird. In Deutschland müssen dafür noch mindestens 5 Prozent Rum enthalten sein.

Qualität

In der Regel kann man guten Rum an der im Vergleich zu anderen Zuckerrohrschnäpsen langen Reifung  in Holzfässern erkennen. Je länger ein Rum im Fass reift, desto aromatischer und abgerundeter erscheint sein Geschmacksbild. Dadurch erhält das ursprünglich farblose Destillat auch seine erst gelbliche, dann braune Färbung, wobei dies jedoch kein Qualitätsmerkmal darstellt, da einige Brennereien durch Farbstoffe nachhelfen.

Cocktails und Punsche

Daiquiri

Der Daiquiri ist ein Klassiker unter den Rum-Cocktails und ein typischer Sour. Benötigt werden ein weißer, vorzugsweise kubanischer Rum, frisch gepresster Limettensaft sowie (Rohr-)Zuckersirup. Die  International Bartenders Association (IBA) schlägt vor, 4,5 cl Rum, 2,5 cl Limettensaft und 1,5 cl Zuckersirup zu verwenden. Das optimale Verhältnis kann aber je nach verwendeter Rumsorte, dem Säuregehalt der Limetten, der Süße des Sirups sowie dem eigenen, individuellen Geschmack abweichen.

1 Zutaten mit Eis im Cocktail-Shaker schütteln.

2 Durch ein Barsieb in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.

3 Ohne Eis servieren.

Punsche zeichnen sich vor allem durch ihre Vielseitigkeit aus. Je nach Geschmack können verschiedenen Zutaten gemixt werden. Während im Sommer eher kalter Punsch Abkühlung verschafft, wärmt ein warmer Punsch in der Winterzeit wunderbar von innen. Kalter Punsch eignet sich, serviert in einer Schale mit einem Eisblock, auch wunderbar als Partygetränk.

Rumpunsch mit Limetten und grünem Tee

Weißer Rum und Sencha- und Minztee geben diesem Punsch eine erfrischende Note. Das Rezept ergibt gut zwei Liter Punsch.

1 Je 375 ml Sencha- und Minztee kochen.

2 250 g Demerara-Zucker einrühren, bis er vollständig aufgelöst ist.

3 Vier Tassen Eis hinzufügen.

4 300 ml Limettensaft und 1 l Rum hinzugießen.

5 Vor dem Servieren kalt stellen.

Planter’s Punch, ein karibischer Cocktail

Dieser Punsch ist eigentlich eher ein Cocktail und wird daher in einem klassischen Hurricaneglas serviert. Die IBA empfiehlt folgende Zubereitung für ein Glas:

1 4,5 cl brauner (gereifter) Rum, 3,5 cl frisch gepresster Orangensaft, 3,5 cl frischer Ananassaft, 2 cl frisch gepresster Zitronensaft, 1 cl Grenadine und 1 cl Zuckersirup mit Eis im Cocktail-Shaker schütteln.

2 Auf frisches Eis in ein großes Glas seihen.

3 3–4 Spritzer Angosturabitter darüber geben.

4 Mit Cocktailkirsche und Ananasstück dekorieren.

Beliebte Rummarken

Havana Club 7 Jahre

Havana Club gehört in Deutschland zu den bekanntesten Rumsorten und das kommt nicht von ungefähr. Während der Dreijährige der kubanischen Brennerei etwas süßer daher kommt, besticht der Siebenjährige durch einen etwas milderen und dabei dennoch würzigen Geschmack. Nicht nur pur ist der goldene Rum daher bei vielen beliebt, sondern eignet sich auch hervorragend für Cocktails.

Herkunftsland: Kuba

Alkoholgehalt: 40 %

Alter: 7 Jahre

Farbe: gold

Farbstoff: enthält Farbstoff

Ron Botucal Reserva Exclusiva

Dieser zahlreich prämierte Rum aus Venezuela ist mittlerweile nicht nur Kennern ein Begriff. Das Trinkerlebnis wird bestimmt durch eine weiche, milde Süße bei leicht fruchtig-würzigem Abgang. Zum Mixen ist dieser feine Tropfen nicht wirklich etwas, er wird am besten pur genossen.

Herkunftsland: Venezuela

Alkoholgehalt: 40 %

Alter: 12 Jahre

Farbe: dunkel

Farbstoff: enthält Zuckerkulör E150a

Legendario Elixir de Cuba

Ein weiterer Vertreter aus Kuba wird vor allem wegen seines unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses gelobt. Dieser Rumlikör kommt fruchtig und süß daher, was am beigemischten Traubensaft, gewonnen aus im Alkohol mazerierten Rosinen, liegt. Pur sollte er nur leicht gekühlt werden. Jedoch eignet sich der Legendario auch hervorragend zum Mixen oder Backen.

Herkunftsland: Kuba

Alkoholgehalt: 34 %

Alter: 7 Jahre

Farbe: dunkel

Farbstoff: nein

3 Island Rum Blanc Charles Hosie

Nicht nur dunkle Rums können besondere Geschmackserlebnisse hervorrufen. Der weiße aus dem Hause Charles Hosie eignet sich hervorragend für einen Daiquiri oder einen Cuba Libre und bringt eine angenehme Fruchtigkeit und Süße mit.

Herkunftsland: Trinidad

Alkoholgehalt: 40 %

Alter: 1 Jahre

Farbe: weiß

Farbstoff: nein

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