Dating-Trend Paperclipping /©iStock
Laura Dehmelt

Paperclipping: Dieser Dating-Trend ist wie Karl Klammer!

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Na, musstet ihr die Überschrift gerade mehrmals lesen, um sicher zu sein, dass da wirklich steht, was da steht? Können wir verstehen, denn ein bestimmtes Beziehungsverhalten mit dem legendären Word-Phänomen Karl Klammer vergleichen zu wollen, klingt im ersten Augenblick schon etwas paradox. Doch dass das gar nicht so weit hergeholt ist, zeigte ein viral gegangener Instagram-Post der Illustratorin Samantha Rothenberg.

Hallo, ich bin’s!

Auch, wenn Karl Klammer bereits im Jahr 2007 von Microsoft in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde, ist er uns noch immer in guter Erinnerung geblieben. Ja, manchmal vermissen wir ihn auch!

Jedes Mal, wenn wir in einem Word-Dokument etwas geschrieben haben, tauchte nämlich früher oder später die kleine freche Büroklammer auf und belästigte uns mit hilfreichen Tipps und Tricks oder fragte, ob sie uns sonst noch irgendwie helfen könne. Einfach so, aus dem Nichts. Man wusste nie so ganz, wann sie auftaucht, man wusste nur, DASS sie sich irgendwann melden würde. Ungefragt natürlich. Die Absichten nicht immer ganz klar.

Kommt euch bekannt vor? Dann geht es euch ähnlich wie Rothenberg, die daraus eine witzige Illustration machte. Dort zu sehen die Büroklammer Karl Klammer (im Original Clippy), die in drei Sprechblasen sagt: „Manchmal ploppe ich einfach ohne Grund auf. – Die Wahrheit ist, dass ich einen kleinen Schaden habe, ich bin unzuverlässig und eigentlich auch nicht wirklich an dir interessiert. – Aber ich will nicht, dass du vergisst, dass es mich gibt.“ 

Paperclipping als Beziehungsphänomen

Man braucht also nicht viel Phantasie, um diesen Comic auf das reale Beziehungsverhalten zu übertragen. Denn wir alle kennen diese Menschen, die längst keine wirkliche Rolle mehr im Leben spielen und das Talent haben, sich immer dann zu melden, wenn man gerade dabei ist, sie zu vergessen. Das kann ein verflossenes Date, aber auch ein Kumpel oder ein Familienmitglied sein.

Doch in jedem Fall vermittelt diese Person einem damit das Gefühl, dass sie einen durch das sporadische Melden einfach nur warm halten will. Denn ein Treffen oder einen intensiveren Kontakt blockt diese Person immer wieder ab – am liebsten durch das Ignorieren dieser Anfragen. Im Grunde erinnert Paperclipping ein wenig an das Dating-Phänomen Benching (mehr dazu hier), nur dass der Paperclipper noch sehr viel seltener Konatkt aufnimmt.

Das ist nicht nur nervig, sondern kann in einigen Fällen auch dazu führen, dass man den längst verarbeiteten Trennungsschmerz immer wieder neu durchleben muss. Deswegen sollte man den Paperclipper in Form von Ex-Freundin & Co. möglichst schnell in seine Schranken weisen und klar machen, dass man diese Form des Kontaktes einfach nicht (mehr) möchte. 

Also: Nummer löschen, Kontakte auf sozialen Medien entfernen und am besten sperren und sein (Dating-)Leben befreit von der Vergangenheit weiter leben.

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