Mann mit Vape-Zigarette / ©iStock
Julia Hahnke

Risiko: So verändert vapen die Potenz

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Kürzlich sind sechs auf E-Zigarette zurückzuführende Todesfälle in den USA bekannt geworden. Dabei hofften Dampfer eigentlich auf eine gesündere Rauch-Alternative, doch neue Studien zeigen, dass Vapen gefährlicher sein kann als bisher angenommen. So habe der Konsum von E-Zigaretten auch Einfluss auf die Potenz.

Gefahr für die Potenz?

Bisher sind jedoch die Folgen auf sexuelle und urologische Funktionen beim regelmäßigen Konsum von E-Zigaretten noch nicht ausreichend erforscht. Die langfristigen Schäden scheinen jedoch auf der Hand: Besonders bei männlichen E-Zigarette-Rauchern käme es, genauso wie beim normalen Rauchen, zu regelmäßig auftretenden Potenzstörungen. Daher seien bereits E-Zigaretten-Beimischungen im Ausland aufgetaucht, die das Potenzmittel Tadalafil enthielten.

Ebenfalls scheint der Qualm von E-Zigaretten Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu nehmen. So wurden bei E-Zigarette-Rauchern die Abbauprodukte von Nikotin (Cotinin und Trans-3-Hydroxycotinin) in der Harnflüssigkeit gefunden. Jene Substanzen sollen die Beweglichkeit der Samenzellen einschränken.

Eine Studie von University College of London sieht in den Liquids der E-Zigarette das Problem. Die verschiedenen Aromen könnten unterschiedlich Einfluss auf die Fruchtbarkeit nehmen. So verlangsamen mit Zimt angereicherte Liquids die Spermien, während die Geschmacksrichtung Bubblegum die Spermienproduktion notwendiger Zellen im männlichen Hoden tötet.

Jüngste Ergebnisse der University of Caroline bestätigen die Thesen. Hier haben Experimente an Mäusen gezeigt, dass die Nutzung von E-Zigaretten auch Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben kann. Unter dem Einfluss von E-Zigaretten Dampf dauerte es länger bis sich ein befruchteter Embryo in der Gebärmutter festsetzte. Zudem zeigten die betroffenen Tiere Auffälligkeiten während der Schwangerschaft. Die Kinder wuchsen anschließend verlangsamt und hatten ein erhöhtes Risiko für Herz- und Diabeteserkrankungen. Diese Studien seien auf den Menschen übertragbar, heißt es.

Konsum erhöht Risiko für Gefäß-und Herzerkrankungen

Das gilt nicht nur für die Fruchtbarkeit. Der Konsum von E-Zigaretten geht offenbar mit einigen körperlichen Veränderungen einher. So solle sich nach der Einschätzung von Kardiologen der California University in Los Angeles auch das Risiko für Gefäß- und Herzerkrankungen erhöhen. Daraus resultiert eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Schlaganfälle.

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum warnt in einer Broschüre vor den Gefahren von E-Zigaretten:

In der Regel liegen die Schadstoffe im Aerosol meist in deutlich geringeren Mengen als in Tabakrauch vor, einzelne Substanzen können unter bestimmten Bedingungen auch ähnlich hohe (Formaldehyd, Blei, Chrom) oder sogar höhere Konzentrationen (Nickel) als in Tabakrauch erreichen“, heißt es darin. Schaller betonte: „E-Zigaretten sind nicht harmlos.

Dennoch stellen E-Zigaretten eine gute Option zur Rauchentwöhnung dar. Die elektronische Variante sei weniger schädlich als traditionelle Tabakzigaretten.

Zahlreiche Lungenerkrankungen in den USA

In den USA häuften sich zuletzt die Schlagzeilen über unerklärte Lungenerkrankungen nach dem Konsum von E-Zigaretten. Die genaue Ursache ist allerdings noch nicht geklärt. Einige der Verbraucher hätten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC gekauft. Die Beschwerden scheinen bisher nur in den USA aufgetreten zu sein. In Europa steht keine Lungenerkrankung in Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten.

Besonders für Jugendliche interessant

Gerade süße Aromen und die vermeintliche gesunde Alternative zum Rauchen verleiten viele Jugendliche zum Dampfen. Hinzukommt der Tech-Charakter, der viele fasziniert.

Die Produkte repräsentieren den Reiz des Neuen und werden von den Herstellern entsprechend trendy und ansprechend gestaltet,

erklärt Ute Mons, Leiterin der Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums, gegenüber der NZZ.

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