Für über 85 Prozent der Befragten ist eine schlechte Bezahlung das entscheidende Merkmal für einen undankbaren Beruf.
Andreas Fromm

Neue Umfrage: Das sind die undankbarsten Jobs

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Viele Überstunden, schlechte Stimmung und dann auch noch schlecht bezahlt? Klingt nicht optimal, aber ist in vielen Pflegeberufen Alltag. Das ergab eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des Vergleichsportals Gehalt.de.

Schlechte Bezahlung, Überstunden, körperliche Belastung

In der Umfrage wurden 629 Personen gefragt, was einen Beruf aus ihrer Sicht besonders undankbar macht. Hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

Niedriges Einkommen, viele Überstunden, körperliche Belastung oder ein geringes Ansehen in der Öffentlichkeit,

standen als Antwortoptionen zur Auswahl.

Für die meisten Teilnehmer der Umfrage spielt das Gehalt eine entscheidende Rolle. Wer schlecht bezahlt wird, fühlt sich im Unternehmen nicht wertgeschätzt. Danach kommen Aspekte wie ein hohes Gesundheitsrisiko, viele Überstunden und ein hohes Maß an körperliche Belastung.

Für einige Befragte ist zusätzlich ein schlechtes Arbeitsklima sowie fehlende Wertschätzung seitens des Chefs relevant für ihr Wohlbefinden auf Arbeit.

Das Ergebnis:

Laut Einschätzung der Umfrage-Teilnehmer sind das die Berufe mit der geringsten Wertschätzung:

  • Pflegekräfte 91 %
  • Paketbote/-in 49 %
  • Erzieher/-in 48 %
  • Müllmann/-frau 43 %
  • Polizist/ – in 38 %
  • Kellner/-in 27 %
Paketbote
Paketboten leiden unter schlechter Bezahlung und vielen Überstunden. © iStock

Gehälter der „undankbaren Berufe“

So viel verdienen die Berufsgruppen mit dem undankbarsten Ansehen im Durchschnitt:

  • Altenpfleger/-in  30.072 €
  • Krankenpfleger/-in 37.064 €
  • Erzieher/-in 36.472 €
  • Kellner/-in 23.893 €
  • Müllmann/-frau 32.360 €
  • Paketbote/-in 27.934 €

Somit zeichnet sich ab, dass Pflegekräfte den undankbarsten Beruf in Deutschland ausüben.

Pflegekräfte zählen vor allem aufgrund der niedrigen Gehälter und schlechten Arbeitsbedingungen zu den undankbaren Berufen,

erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Insgesamt gaben 30 Prozent der Befragten an, sich im Job nicht genügend gewürdigt zu fühlen.

Als überschätzt beschrieben die Umfrage-Teilnehmer dagegen den Beruf des Investmentmanagers. Dieser verdient rund 77.200 Euro jährlich. Laut Meinungen von weiteren 55 Prozent erhielten außerdem Politiker und Manager zu viel Anerkennung.

Miese Bezahlung, Druck und zu geringe Wertschätzung können Langzeitfolgen haben und zu Depressionen oder einem Burn Out führen.

Auf diese Anzeichen sollten Arbeitnehmer achten:

  • Grundlose Traurigkeit
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verlust von Interesse
  • Antriebslosigkeit
  • nachlassendes sexuelles Interesse
  • Angst
  • Appetitlosigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Diagnose wie folgt:

eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann.

Die Zahl steigt: Bestimmte Berufsgruppen besonders betroffen

Die Ursachen für eine Depression können vielfältig sein. Wie Studien zeigen, lässt sich ein Zusammenhang zwischen bestimmten Berufsgruppen und seelischen Leiden feststellen.

Depressionen lassen sich in jeder Berufsgruppe finden. Besonders Arbeitnehmer im sozialen Bereich sind anfälliger für eine Depression, aber auch Arbeitslose können erkranken.

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