Der Tarantulafalke auf einer Blüte
Andreas Fromm

Tarantula Hawk: Dieser Wespe möchte man nicht begegnen

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Pepsis formosa, Tarantula Hawk oder Tarantulafalke. Das Böse kann viele Namen haben. Die schwarze Wespe könnte einem Horrorfilm entsprungen sein, ihr Stich wird als einer der schmerzhaftesten der gesamten Insektenwelt beschrieben. Gibt’s den Tarantulafalken auch in Deutschland?

Tarantulafalke in Deutschland

Der Tarantulafalke wurde bisher im Süden der USA bis zum nördlichen Teil von Peru gesichtet, ist somit in Nord- und Südamerika heimisch. In unseren Gefilden wurde die Wespenart noch nie entdeckt – zum Glück.

Stich des Tarantula Hawk

Justin Orvel Schmidt, Forscher beim Southwest Biological Institute in Arizona, hat ein Ranking für die schmerzhaftesten Insektenstiche aufgestellt. Und wie? Er testete am eigenen Leib. Der Schmidt Sting Pain Index reicht von 1,0 (erträglich) bis 4,0 (Höllenschmerzen). Die bei uns heimische Kurzkopfwespe wurde von Schmidt mit 2,0 bewertet.

Nichts im Vergleich zum Tarantula Hawk. Der Stich dieser Wespe erhielt eine glatte 4,0: „Heftig, blendend, furchtbar elektrisch. Als ob jemand einen laufenden Fön in dein Schaumbad fallen lässt“, beschreibt der Wissenschaftler die schier unglaublichen Schmerzen. Der Stichschmerz kann bis zu 5 Minuten lang anhalten. Die längsten Minuten eures Lebens, soviel ist sicher. Auf der Schmerzskala wird dies nur noch von den so genannten 24h-Ameisen übertroffen.

Extremes Insektensterben könnte in Naturkatastrophe enden

Unabhängig von der vermeintlichen Gefährlichkeit des Tarantulafalken ist eines ganz klar: Immer mehr Insekten sterben. In 100 Jahren, so prognostizieren führende Wissenschaftler, wird es bei anhaltender Lage keine Insekten mehr geben.

Tarantula Hawk: Namensherkunft & Beuteschema

Die Wespe verdankt ihren Namen der tödlichen Jagdfähigkeit auf Vogelspinnen. Ja, richtig gehört. Dieses Insekt tötet Vogelspinnen. Wenn ihr vorher noch nicht eingeschüchtert wart, sollten euch spätestens mit diesem Fakt die Nackenhaare zu Berge stehen. Der Stich des Tarantulafalken betäubt die Vogelspinne bis zur Bewegungsunfähigkeit, danach zieht die Wespe sie rückwärts in ihren Bau. Dort angekommen legt sie ihre Eier auf dem Hinterleib der Spinne ab. Ein paar Tage später schlüpft der Nachwuchs und hat direkt was zum Fressen. Die Vogelspinne ist zu dem Zeitpunkt nicht tot, sondern immer noch betäubt. Grausam, aber wahr: Damit das Spinnenfleisch frisch bleibt, frisst der Wespennachwuchs nur kleine Happen. Erst wenn der junge Tarantulafalke erwachsen ist, nimmt er seinen letzten Bissen zu sich. Erst dann hört das Herz der Spinne auf zu schlagen. Diese Prozedur kann mehrere Monate dauern.

Tarantulafalke und Vogelspinne
Der Tarantulafalke zieht seine Beute ins Nest. ©iStock

Spannende Fakten zum Tarantulafalken

  • Der Tarantulafalke ist das offizielle Staatsinsekt von New Mexico.
  • Die männliche Wespe erreicht eine Länge bis 40 mm, die weibliche kann 51 mm groß werden.
  • Die Wespenart wurde bereits auf über 2.000 Metern gesichtet.
  • Über 250 Arten der Gattung Pepsis wurden bis heute erforscht.
  • Trotz seines leistungsfähigen Stichs, ist der Tarantulafalke nicht aggressiv.
  • Nach einem Stich kommt es zu keiner Schwellung, der Stich ist für Menschen nicht lebensgefährlich.

Was tun, um einen Stich zu vermeiden?

Laut dem eingangs erwähnten Insektenforscher Schmidt ist es ratsam, Vorkehrungen zu treffen, um erst gar nicht gestochen zu werden. Mit diesen Tricks verlieren Wespen ganz schnell ihr Interesse:

  • Luft anhalten, Wespen orientieren sich an Gerüchen (unser Atem riecht für sie spannend)
  • Nicht bewegen. Wespen können sehr gut Bewegungen erkennen.
  • Beim Picknick auf Süßes verzichten. Lieber Käse-, statt Marmeladenbrote. Milchprodukte, Tomaten, Salat und ebenso Bier mögen Wespen nicht.

Was tun, nachdem man gestochen wurde?

Wenn alle Abwehrmaßnahmen nichts gebracht haben, muss der schmerzhafte Stich, ob nun heimische Wespe oder von dem fiesen Tarantulafalken, behandelt werden. Das beste Ergebnis erzielt ihr, wenn ihr kurz nach dem Stich eine Paste aus möglichst fein gemahlenem Salz und Wasser auf die Wunde auftragt. Wichtig ist hierbei der Faktor Zeit. Schafft ihr es innerhalb der ersten 30 Sekunden nach dem Stich, die Paste aufzutragen, ist der Schmerz sofort verschwunden. Warum das Ganze hilft, kann sich selbst Schmidt nicht erklären: „Keine Ahnung, warum das funktioniert, aber die Hauptsache ist ja, dass es funktioniert.“

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